Stellungnahme BdB zum Entwurf einer IDW-Stellungnahme zur Rechnungslegung: Berichterstattung nach § 285 S. 1 Nr. 9a HGB bzw. § 314 Abs. 1 Nr. 6a HGB über die Vergütung der Organmitglieder (IDW ERS HFA 20)

31. Juli 2007

Gemäß §§ 285 Satz l Nr. 9a Satz 4, 314 Abs. l Nr. 6a Satz 4 HGB sind Bezugsrechte und sonstige aktienbasierte Vergütungen mit ihrer Anzahl und dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung anzugeben. Daneben sind die Bezugsrechte und sonstigen aktienbasierten Vergütungen in den nach §§ 285 Satz 1 Nr. 9a Satz 1, 314 Abs. 1 Nr. 6a Satz HGB anzugebenden Betrag der Gesamtbezüge einzubeziehen. Gemäß dem vorliegenden Entwurf handelt es sich hierbei um zwei separate Angabepflichten. In den Betrag der Gesamtbezüge nach Satz 1 ist demzufolge derjenige Anteil einzubeziehen, der auf die Tätigkeit im Geschäftsjahr entfällt. Die Angabepflicht nach Satz 4 hingegen knüpft an den Zeitpunkt der Gewährung an. Aufgrund dieser unterschiedlichen zeitlichen Zuordnung kann es im Zeitablauf zu einem Auseinanderfallen der Beträge nach Satz l beziehungsweise Satz 4 kommen.

Diese Sichtweise teilen wir nicht. Unseres Erachtens ist es sachgerecht, bei der Angabe der Bezüge grundsätzlich nicht auf den Zeitpunkt der Gewährung, sondern auf die der Gewährung zugrunde liegende Tätigkeit abzustellen. Gemäß der Beschlussempfehlung zum Vorstandsvergütungs-Offenlegungsgesetz (VorstOG) ist es Sinn und Zweck der Angabepflichten, dem Adressaten ein Urteil darüber zu ermöglichen, ob die Bezüge in einem angemessenen Verhältnis zu den Aufgaben des Vorstandsmitglieds und zur Lage der Gesellschaft stehen. Diese Beurteilung kann nur sinnvoll vorgenommen werden, wenn die Bezüge in demjenigen Geschäftsjahr angegeben werden, in dem auch die zugrunde liegende Tätigkeit erbracht worden ist. Richtet sich die Höhe der Vergütung nach dem Ergebnis des Unternehmens, sollte auch der Ausweis in dem entsprechenden Geschäftsjahr erfolgen, in dem dieses Ergebnis erwirtschaftet wurde. Demzufolge sollten die Angaben gemäß Satz 4 in dem gleichen Jahr erfolgen wie die Angaben gemäß Satz 1. Wir sprechen uns daher an dieser Stelle für das vom DRSC verfolgte Konzept der so genannten „definitiven Vermögensmehrung" aus, nachdem die Bezugsrechte und sonstige aktienbasierte Vergütungen grundsätzlich in dem Geschäftsjahr anzugeben sind, in dem die zurunde liegende Tätigkeit erbracht worden ist, spätestens jedoch im Geschäftsjahr der rechtsverbindlichen Zusage. […]

Im Blickpunkt

Diese Webseite nutzt Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.