Datenformate

15. Dezember 2014

Heute werden im nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr unterschiedliche Datenformate eingesetzt. Diese unterscheiden sich in Nachrichten für

  • die Verwendung zwischen Kunden und ihren Banken oder zwischen Banken,
  • Zahlungen im Inland oder im Ausland,
  • die Nutzung der Instrumente Überweisung, Lastschrift oder Kartentransaktionen und
  • Transaktionen in Einzel- oder Sammelverarbeitung.

Die International Organization for Standardization hat 2002 begonnen, Nachrichten im Finanzwesen einheitlich zu modellieren. Dieses Vorgehen ist im ISO-Standard 20022 hinterlegt. Damit wird versucht, die Vielfalt der heute existierenden Formate zugunsten einer einheitlichen Nachrichtenfamilie mit einheitlicher Modellierung abzulösen (Konvergenz). So kann beispielsweise ein Konto in allen auf ISO 20022 basierenden Nachrichten die gleichen Angaben enthalten, unabhängig davon, ob diese Formate im Zahlungsverkehr, bei der Wertpapierabwicklung oder im Außenhandelsgeschäft verwendet werden. 

Als physisches Datenmodell wird die Syntax „Extensible Markup Language“ (XML) empfohlen. Diese trennt den Inhalt von der Darstellung des Inhaltes. Damit sind XML-Nachrichten plattform- und programmiersprachenunabhängig. Die zugehörigen XML-Schemata ermöglichen es, Nachrichten auf ihre technische Validität zu überprüfen, beispielsweise ob die Kontoidentifikation höchstens 34 Stellen aufweist. Dadurch müssen derartige Prüfungen nicht erst in der Anwendung – sei es beim Bankkunden im Online-Banking-Programm oder bei der Bank – programmiert werden. Damit entfällt nicht nur der einmalige Programmieraufwand, sondern jede Nachrichtenänderung kann einfach durch Austausch des XML-Schemas unterstützt werden. Eine Fachprüfung allerdings, ob zum Beispiel eine IBAN plausibel ist, kann dadurch nicht erfolgen.

Für die SEPA-Verfahren wurde festgelegt, die Nachrichten gemäß ISO-20022-Standard zu verwenden. Diese enthalten jedoch eine Vielzahl von Datenelementen, die für die SEPA nicht notwendig sind, sondern zusätzliche Anforderungen außereuropäischer Länder abdecken, beispielsweise die US-amerikanische Sozialversicherungsnummer zur Identifizierung von Privatkunden. Deshalb werden für die SEPA Untermengen der ISO-Nachrichten definiert. Dadurch sind alle SEPA-Nachrichten gültige Nachrichten nach ISO 20022. Sie sind aber in der Größe den SEPA-Anforderungen angepasst und unterstützen somit die vollautomatisierte Verarbeitung von SEPA-Zahlungen signifikant besser.

Werden die SEPA-Datenformate von allen Beteiligten genutzt, können insbesondere Datenverluste vermieden werden. Heute werden aufgrund der unterschiedlichen beteiligten Systeme verschiedene Formate verwendet. Bei jedem Systemwechsel müssen die Daten in das jeweilige Zielformat konvertiert werden. Sobald dieses weniger Daten aufnehmen kann, entfallen Informationen. Somit kann beispielsweise der Verwendungszweck nicht mehr vollständig und unverändert durch die gesamte Verarbeitungskette an den Begünstigten weitergeleitet werden. Wenn zukünftig die SEPA-Datenformate durchgängig verwendet werden, entfällt die Konvertierung, und alle notwendigen Daten erreichen den Begünstigten.

Sollten zukünftig zusätzlich auch im grenzüberschreitenden außereuropäischen Zahlungsverkehr die ISO-20022-Nachrichten eingesetzt werden, würde langfristig nur noch eine Formatfamilie zum Einsatz kommen: eine merkliche Vereinfachung für Bankkunden und Banken.

Im Blickpunkt

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