GeldKarte

11. Juli 2018

Für die einheitliche Elektronische Geldbörse der deutschen Kreditwirtschaft wurde der Name „GeldKarte“ gewählt. Als technische Basis dient die Chipkarte der deutschen Kreditwirtschaft. Das GeldKarte-System lässt sich in seinen wesentlichen Grundzügen wie folgt beschreiben:

Die Chipkarten-Anwendung „GeldKarte“ ist eine vorausbezahlte Geldbörse. Der in den Chip geladene Betrag wird später durch einzelne Kauftransaktionen verbraucht. Die GeldKarte-Funktion kann in zwei Ausprägungen auf eine Chipkarte gebracht werden, kontogebunden und kontoungebunden. In der kontogebundenen Ausführung handelt es sich üblicherweise um eine Bankkarte, deren Chip die GeldKarte-Funktion besitzt. In der kontoungebundenen Karte ist kein Kundenkonto im Chip enthalten, sie ist daher übertragbar und völlig anonym verwendbar. Die kontoungebundene Karte ist vornehmlich für Kinder und Jugendliche, die nicht über ein eigenes Konto verfügen, sowie für ausländische Touristen und Geschäftsleute gedacht.

Die Geldbörse kann mit derzeit maximal 200 Euro aufgeladen werden. Beim Laden unterscheiden sich die beiden Typen. Eine kontogebundene Karte wird gegen das im Chip enthaltene Kundenkonto geladen. Der Ladevorgang ist insofern vergleichbar mit einer Geldautomatenabhebung. Statt der Banknotenausgabe erfolgt jedoch eine Gutschrift des Betrages im Chip. Wie beim Bargeldbezug werden PIN-Prüfung, Bonitätscheck und Sperrdateiabgleich vorgenommen. Bei der kontoungebundenen Karte sind diese Prüfungen nicht möglich. Daher sind solche Karten entweder gegen bar oder gegen andere Karten zu laden.

Im Handel oder an Automaten kann mit der aufgeladenen GeldKarte an entsprechenden Terminals bezahlt werden. Zum Bezahlen wird keine PIN benötigt. Der Händler reicht die einzelnen GeldKarte-Umsätze bei seiner Hausbank oder einer von ihr beauftragten Evidenzstelle ein und erhält den Gesamtumsatz in einer Summe gutgeschrieben. Die Händlerbank ihrerseits zieht den Gegenwert zu Lasten der Börsenverrechnungskonten der kartenausgebenden Banken ein. Die Zahlung der Kaufbeträge ist durch die Kartenausgeber garantiert. Für die Garantie und als Kostendeckungsbeitrag erhält die kartenausgebende Bank ein Entgelt.

Auch im Internet kann die GeldKarte für das Bezahlen eingesetzt werden. Hierfür benötigt der Karteninhaber ein Kartenlesegerät, das den Anforderungen der deutschen Kreditwirtschaft entspricht. Solche Geräte werden als „Secoder“ im Handel und durch kreditwirtschaftliche Verlage vertrieben. Mit diesen ist auch ein Aufladen der GeldKarte im Internet möglich.

Die GeldKarte gibt es auch in einer kontaktlosen Variante („girogo“). Diese kommt vor allen in Sportstätten zum Einsatz, z. B. in den Fußballstadien von Mainz, Leverkusen und Wolfsburg.

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