Kartenarten

11. Juli 2018

Die Kartensysteme, die in der deutschen Kreditwirtschaft Verwendung finden, kann man grundsätzlich in so genannte Debit- und Kreditkarten unterscheiden.  Beide Kartenarten haben in Deutschland in den vergangenen Jahren deutliche Zuwächse erfahren: So waren in 2017 bei der girocard, dem hierzulande am weitesten verbreiteten Debitkartensystem, rund 100 Millionen Karten im Umlauf.

Debitkarten

Die Debitkarten werden in Deutschland im Allgemeinen als Bankkarten bezeichnet (girocard) und sind an das Girokonto des jeweiligen Karteninhabers angebunden. Eine Debitkarte wird generell mit einer PIN geschützt und kann anstelle von Bargeld verwendet werden, um Käufe zu tätigen aber auch um Bargeld an Geldautomaten zu beziehen. Bereits seit einigen Jahren werden Debitkarten ausgegeben, die auch „kontaktlos“ funktionieren: Über einen in die Karte integrierten NFC-Chip („Near Field Communication“) kann bei Kassenterminals im Handel durch einfaches Auflegen bezahlt werden. In diesem Fall kann bei kleineren Beträgen, in der Regel bis 25 Euro, auf die Eingabe einer PIN verzichtet werden. Die Debitkarte ist zudem das Medium für den Zugang zum Girokonto an Selbstbedienungsgeräten (zum Beispiel Kontoauszugsdrucker). Die Bezahlbeträge und die Geldabhebungen werden dem Girokonto des Karteninhabers sofort belastet.

Kreditkarten

Bei Kreditkarten gibt es zahlreiche Variationen, in den meisten Fällen wird der Karteninhaber nur einmal im Monat mit den aufgelaufenen Umsätzen belastet. Die Kreditkarte ist meistens nicht an das Girokonto gebunden, die Umsätze werden vielmehr auf einem eigenen Kreditkartenkonto geführt. Kreditkarten werden von Banken oder Kreditkartenfirmen in verschiedenen Ausstattungen von "normal" (Silber, Classic, etc.) über "besonders" (Goldkarte) und "exklusiv" (Platinkarte) bis "super-exclusiv" (Centurion) herausgegeben. Mit dem Preisniveau ändert sich häufig das Paket an Zusatzleistungen (wie z. B. Versicherungen, Serviceleistungen, Buchungsdienst, Lounge-Nutzung). Die Identität des Kunden wird im Handel und Dienstleistungsbereich über die Unterschrift oder die PIN des Karteninhabers festgestellt, für den Bargeldbezug an Geldautomaten ist immer eine PIN erforderlich. Wie bei Debitkarten, werden ebenso Kreditkarten vermehrt mit einer kontaktlos-Funktionalität ausgegeben.

Die Kreditkarten weisen hinsichtlich der Abrechnungsmodalitäten typische Unterschiede auf:

Charge Card: Die mit der Karte getätigten Umsätze werden vom Kartenunternehmen gesammelt und meist monatlich als Summe fällig. Sie werden von einem vom Karteninhaber angegebenen Konto abgebucht.

Credit Card: Diese Form findet sich überwiegend in den anglo-amerikanischen Ländern. Die Karte wird als echtes Kreditmittel benutzt. Die Umsätze sind entweder ab Entstehungszeitpunkt oder ab der monatlichen Rechnung zu verzinsen und vollständig oder in Raten zu begleichen. Auf den nicht bezahlten Teil der Verbindlichkeiten werden Sollzinsen berechnet.

Prepaid Card: Neben den bereits genannten Formen gibt es auch Kreditkarten, die vor dem Einsatz „aufgeladen“ werden müssen. Hier wird ein gewünschter Geldbetrag auf die Karte überwiesen und dort gespeichert. Beim Bezahlen wird diese Summe um den Kaufbetrag gemindert. 

Plastik oder digital?

Sowohl Debit- als auch Kreditkarten sind seit vielen Jahren fester Bestandteil des Portemonnaies. Doch die Digitalisierung macht auch bei der Karte nicht halt: So bieten einige Banken ihren Kunden bereits die Möglichkeit an, über spezielle Apps („Wallets“) die Karte in das Smartphone zu integrieren. Das Bezahlen an der Ladenkasse funktioniert dann vergleichbar mit einer klassischen Plastikkarte mit kontaktlos-Funktion – durch einfaches Heranhalten an das Terminal und gegebenenfalls Eingabe einer PIN.

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