2. Februar 2018

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) zum Abschlussbericht der Hochrangigen Expertengruppe für ein nachhaltiges Finanzwesen:

Anreize für langfristige Finanzierungen sind sinnvoll, zusätzliche Regulierung vermeiden

Die Hochrangige Expertengruppe für ein nachhaltiges Finanzwesen der EU-Kommission hat am 2. Februar 2018 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die Deutsche Kreditwirtschaft sieht in der Arbeit der Expertengruppe einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Vorschlägen zu mehr Nachhaltigkeit im Finanzwesen. Absolut zutreffend ist die Aussage der Expertengruppe, dass die nachhaltigkeitsorientierte Transformation in der Realwirtschaft von großer Relevanz ist, die durch das Finanzwesen unterstützt wird, um dauerhaft ökologische und soziale Ziele in Europa zu erreichen. Aus Sicht der DK sind Veränderungen in der Realwirtschaft, die von der Finanzwirtschaft dann flankierend begleitet werden, sogar letztlich entscheidend für den nachhaltigkeitsorientierten Umbau der Wirtschaft und Infrastruktur in Europa. 

Die DK begrüßt die Forderung der Expertengruppe, bestehende Bankenregulierungsvorschriften und andere Regelungen dahingehend zu überprüfen, ob und inwieweit sie einer langfristigen Orientierung des Finanzmarkts entgegenstehen. Positiv ist auch, dass die Expertengruppe sich für mehr finanzielle Bildung in den Mitgliedstaaten der EU einsetzt, die Rolle der gerade in Deutschland weit verbreiteten kleinen und mittleren Kreditinstitute aller Rechtsformen für die Finanzierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien hervorhebt und für diese Gruppe mehr Proportionalität in der Regulierung fordert. Die in der DK zusammengeschlossenen Kreditinstitute werden sich weiterhin kundenorientiert mit ihren Produkten und Dienstleistungen am Umbau der Wirtschaft in Richtung Klimaschutz und Ressourcenschonung engagieren.

Die Expertengruppe benennt weitergehende Anforderungen an das Risikomanagement der Kreditinstitute und an die Aufsichtsbehörden hinsichtlich langfristiger Risiken, insbesondere Klimarisiken. Die Deutsche Kreditwirtschaft fordert eine sorgfältige Abwägung der Auswirkungen dieser Anforderungen auf die Finanzmarktstabilität, bevor erneut Regulierungsvorschriften verschärft werden. Die Forderung nach einem weiteren Ausbau der - erst kürzlich implementierten - nicht-finanziellen Berichterstattung ist nach Auffassung der DK nicht sinnvoll. 

Zudem diskutiert die Expertengruppe, „grüne“ Finanzierungen bei der Unterlegung mit Eigenkapital zu bevorzugen. Die Deutsche Kreditwirtschaft sieht dies kritisch. Neben den vielen offenen Fragen, die hierfür noch zu klären wären, sollte die Regulierung nicht dafür herhalten, um den Verhaltenswandel zugunsten nachhaltiger Finanzprodukte zu erzwingen. Hierzu sollten zunächst umfangreiche Risikoanalysen erstellt werden, bevor weitere Schritte erwogen werden. Insgesamt darf nach Auffassung der Deutschen Kreditwirtschaft der sehr hohe Regulierungsdruck auf die Kreditinstitute nicht weiter zunehmen. Regulatorische sowie aufsichtliche Eingriffe müssen auf das notwendige Mindestmaß beschränkt bleiben.

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