8. März 2018

Banken begrüßen EU-Aktionsplan zu Sustainable Finance

  • Ossig: Aktionsplan setzt klare, zeitlich ambitionierte Wegmarken
  • Notwendige Definitionen und Rahmenbedingungen fehlen noch

Die Europäische Kommission hat heute ihren Aktionsplan zu Sustainable Finance vorgelegt. „Wir begrüßen die Initiative der Europäischen Kommission zur Erreichung der Pariser Klimaziele“, sagte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. „Um nachhaltige Anlageprodukte und Finanzierungen erfolgreich zu platzieren, brauchen wir allerdings verlässliche Rahmenbedingungen.“ Der Aktionsplan der EU-Kommission setze hierfür nun klare, wenn auch zeitlich sehr ambitionierte Wegmarken. An erster Stelle stehe dabei die angekündigte Sustainability-Taxonomie, also eine Definition der Begriffe. „Banken haben in den letzten Jahren viele Initiativen ergriffen, um das Thema Nachhaltigkeit zu fördern und zu verankern“, betonte Ossig. Durch die Sustainable-Finance-Agenda ergebe sich nun die Möglichkeit, innovative und nachhaltige Produkte zu entwickeln. Allerdings fehle es bisher häufig an klaren Definitionen. Es sei daher richtig, dass die Kommission diesen Punkt ganz oben auf die Agenda setze

Wichtige Grundsätze der Finanzmarktstabilität gelten aber auch für Sustainable Finance. Die möglichen Risiken nachhaltiger Finanzierungen dürften nicht übersehen werden. „Deshalb brauchen wir zwingend empirische Analysen, bevor z.B. ein ‚Grüner Faktor‘ bei den Eigenkapitalvorschriften überhaupt in Erwägung gezogen wird“, sagte Ossig.

Um Doppelarbeiten zu vermeiden, sollte die Kommission zudem auf bereits bestehende Standards aufbauen, etwa auf die von der International Capital Markets Association erarbeiteten Green Bond Principles.

Insgesamt sei Augenmaß erforderlich – etwa bei der angekündigten Überprüfung der nichtfinanziellen Berichtspflichten. Kreditinstitute dürften hier nicht mit weiterem Verwaltungsaufwand belastet werden.

„Die Marktdynamik im Bereich Sustainable Finance gilt es verantwortungsvoll abzusichern“, so Ossig. „Dabei kommt es vor allem auf die richtige Reihenfolge bei der Umsetzung einzelner Maßnahmen und die Einbindung aller relevanten Stakeholder an. Das noch recht zarte Pflänzchen Sustainable Finance darf im Übereifer nicht gleich wieder unnötig zurechtgestutzt werden.“

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