10. November 2014

Bankenpräsident: Bankenunion stärkt Finanzplatz - Investitionen sind für mehr Wachstum in Europa notwendig

„Mit dem Start der Bankenunion hat der Finanzplatz Europa an Stabilität gewonnen“, erklärte Jürgen Fitschen, Präsident des Bankenverbandes und Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutsche Bank AG. „Die Übernahme der Aufsichtstätigkeit durch die EZB ist ein Meilenstein.“ Mit dem europäischen Abwicklungsfonds sei der nächste Schritt der Bankenunion bereits in konkreter Vorbereitung. Der Fonds werde künftig im Zusammenspiel mit dem Instrument der Gläubigerbeteiligung den Steuerzahler vor einer Inanspruchnahme im Krisenfall besser schützen.

Allerdings sollten für die Banken bei der Befüllung des Fonds in allen Ländern die gleichen steuerlichen Regeln gelten. „Wenn die Bankenabgabe etwa in Frankreich, Spanien und Irland abzugsfähig ist, sollte dies auch in Deutschland der Fall sein“, betonte Fitschen. „Ansonsten hätten wir einen klaren Wettbewerbsnachteil.“

Die von der neuen Europäischen Kommission verfolgte Idee, neben der Bankenunion eine Kapitalmarktunion zu schaffen und damit den europäischen Binnenmarkt für Finanzinstrumente auszubauen, ziele in die richtige Richtung. „Die privaten Banken in Deutschland stehen der Idee der Kapitalmarktunion aufgeschlossen gegenüber“, sagte Fitschen.

„Ein stabiler Bankensektor ist unverzichtbar für das wirtschaftliche Wachstum in Europa“, ergänzte Fitschen. Darüber hinaus bräuchte die Wirtschaft aber auch die richtigen Rahmenbedingungen. Investitionen in die Infrastruktur seien deswegen auch in Deutschland notwendig.

Die privaten Banken begrüßten daher die Initiative der Bundesregierung, öffentliche Investitionen auch mit Beteiligung privaten Kapitals zu forcieren. Dazu seien für die Beteiligten vor allem Planungs- und Rechtssicherheit notwendig. Neben einer direkten Investitionstätigkeit komme es zudem darauf an, bürokratische Investitionshemmnisse beiseite zu räumen. "Wenn es gelingt die richtigen Schritte zu setzen, bin ich überzeugt, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas stärken können", erklärte Fitschen.

Pressekontakt:
Thomas Schlüter
Pressesprecher
Telefon: +49 30 1663-1230

bankenverband.de/presse

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