11. Oktober 2014

Bankenpräsident: Europäischer Finanzplatz profitiert von Bankenunion

„Die Übernahme der Bankenaufsicht durch die EZB im Rahmen der Bankenunion ist ein Meilenstein für einen stabilen und sicheren Finanzplatz Europa“, erklärte Jürgen Fitschen, Präsident des Bankenverbandes und Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutsche Bank AG anlässlich der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington. Die Ende Oktober ihren Abschluss findende Prüfung durch ein Comprehensive Assessment der europäischen Banken sei für die Übernahme der Aufsichtstätigkeit notwendige Voraussetzung. Auch wenn der Zeitdruck enorm sei, so habe die Kommunikation zwischen EZB und Banken in den letzten Monaten insgesamt gut funktioniert.

Jürgen Fitschen


„Der Stresstest ist eine harte Prüfung für alle beteiligten Institute. Die deutschen Banken sind aber gut kapitalisiert und solide“, betonte Fitschen. Dass die Banken nur 48 Stunden vor Veröffentlichung über die Ergebnisse informiert werden, habe mit der Sorge zu tun, dass die Ergebnisse ansonsten bereits vorab bekannt würden. Eigentlich sei der Zeitraum aber zu kurz, um seitens der Banken fundiert die Ergebnisse und das Verfahren zu bewerten.

Weniger positiv beurteilt der Bankenpräsident die Lage der europäischen Wirtschaft. Man dürfe die Erwartungen an die Niedrigzinspolitik der EZB nicht zu hoch schrauben. „Die EZB kann Politik und Banken Zeit kaufen. Solange es aber keine Strukturreformen gibt, werden die Investitionen nicht anspringen“, mahnte Fitschen. Positive Beispiele wie Irland, Spanien oder Portugal sollten die Politik ermutigen, nicht länger zu zögern. Was der Euro-Raum brauche, seien weitere Wirtschaftsreformen, vor allem in den großen Mitgliedsländern Frankreich und Italien.

„Wir unterstützen daher die Politik der Bundesregierung, die vor allem grundlegende Wirtschaftsreformen anmahnt“, erklärte Fitschen. Ohne zusätzliche Strukturreformen in den Euro-Staaten drohten sämtliche konjunkturstützenden Impulse, wie zum Beispiel die extrem lockere Geldpolitik, die Euro-Abwertung und selbst mögliche Investitionsprogramme, mittelfristig zu verpuffen.

Pressekontakt:
Thomas Schlüter
Pressesprecher
Telefon: +49 30 1663-1230

bankenverband.de/presse

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