24. März 2014

Bankenverband: Verstärkter Informationsaustausch hilft Steuerhinterziehung zu bekämpfen

„Wir unterstützen das internationale Ziel, Steuerhinterziehung und Steuerbetrug bei grenzüberschreitenden Kapitalanlagen zu bekämpfen“, betont Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. Mit Blick auf die heute vom EU-Rat angenommene Erweiterung der EU-Zinsrichtlinie verdeutlicht der Bankenverband allerdings auch, wie wichtig deren Einordnung unter die viel weitergehenderen internationalen Bestrebungen auf diesem Feld sei.

So wird derzeit auf OECD-Ebene ein internationaler Standard für den multilateralen, automatischen Informationsaustausch im Hinblick auf grenzüberschreitende Kapitalanlagen abgestimmt. Parallel hierzu hat die EU-Kommission eine Erweiterung des automatischen Informationsaustauschs über alle Arten von Kapitalerträgen im Rahmen der EU-Amtshilferichtlinie vorgeschlagen. Schließlich haben auch fünf europäische Staaten (G5) eine Initiative für eine verstärkte internationale Zusammenarbeit auf diesem Gebiet angekündigt, die zwischenzeitlich von zahlreichen weiteren Staaten unterstützt wird.

„Allerdings müssen auf OECD- und EU-Ebene einheitliche rechtliche und technische Standards für den automatischen Informationsaustausch abgestimmt werden, die konsistent, handhabbar und tragbar sind“, so Kemmer weiter. Darüber hinaus müsse ein ausreichender zeitlicher Vorlauf zur Umsetzung der neuen Anforderungen in der Praxis gewährleistet sein. Die jetzt verabschiedete erweiterte EU-Zinsrichtlinie beruhe auf einem vor vielen Jahren vorgelegten Vorschlag, der durch die aktuellen, sehr viel weitergehenden Initiativen völlig überholt sei.
„Daher darf diese Richtlinie keineswegs isoliert umgesetzt werden, sondern muss inhaltlich und zeitlich in die konkreten Überlegungen zu einem international einheitlichen Informationsaustauschsystem integriert werden, um die großen Belastungen der Institute durch die Umsetzung in vertretbarem Rahmen zu halten.“

Pressekontakt:
Dr. Kerstin Altendorf
Bundesverband deutscher Banken
Pressesprecherin
Telefon: +49 30 1663-1250

bankenverband.de/presse

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