25. Januar 2016

Basel IV-Pläne für neue Kapitalanforderungen gehen zu weit

„Die deutschen Banken haben ihre Kapitalausstattung und damit ihre Widerstandsfähigkeit in den letzten Jahren massiv erhöht. Die nun vom Baseler Ausschuss vorgelegten Basel IV-Pläne, die Kapitalanforderungen nochmal weiter zu verschärfen, gehen zu weit und drohen die Banken zu überfordern“, warnt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes.

Die harte Kernkapitalquote (CET1) deutscher Banken ist nach einer Untersuchung von McKinsey* seit 2009 von 9,4 Prozent auf 13,0 Prozent gestiegen. Gleichzeitig wurden die qualitativen Anforderungen an die Zusammensetzung der Eigenmittel deutlich verschärft. „Basel III hat die Banken vor große Herausforderungen gestellt, die vielen neuen regulatorischen Anforderungen in kurzer Zeit umzusetzen. Stand heute sind die Banken in Deutschland aber gut und stabil kapitalisiert“, so Kemmer.

Eigentlich galt das Basel III-Reformpaket als abgeschlossen. Doch nun will der Baseler Ausschuss die zur Berechnung der vorgeschriebenen Kapitalunterlegung verwendeten Verfahren umfassend überarbeiten. Dies betrifft den Kreditrisiko-Standardansatz, Mindestgrenzen (Floors) für interne Risikomodelle, die Verfahren für Marktpreisrisiken, operationelle Risiken und – ganz neu – Zinsänderungsrisiken. „Die Auswirkungen wären immens. Die Kapitalanforderungen der Banken würden dadurch nach ersten Berechnungen nochmal um über 50 Prozent steigen. Damit wird weit über das Ziel hinausgeschossen. Das ist nicht der Abschluss von Basel III sondern die Einführung von Basel IV“, befindet Kemmer.

* McKinsey Capital Management Survey 2015

 

Pressekontakt:
Dr. Kerstin Altendorf
Pressesprecherin
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