11. Juli 2016

BDI und Bankenverband warnen vor Basel IV – Regulierung darf Finanzierung der Unternehmen nicht gefährden

„Wir müssen aufpassen, dass wir mit der Regulierung von heute nicht die Probleme von morgen kreieren“, sagt Christian Ossig, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbandes anlässlich des heutigen „Gespräch in der Burgstraße“ zu den Auswirkungen der Finanzmarktregulierung auf die Unternehmensfinanzierung. Der Bankenverband warnt vor den Plänen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, die Kapitalanforderungen für Banken noch weiter zu erhöhen.

„Das Basel III-Paket ist noch nicht vollständig verabschiedet, geschweige denn umgesetzt“, so Bankenverbands-Vize Ossig. So kenne man die Auswirkungen noch gar nicht in vollem Umfang, da Basel III bislang keinen ganzen Konjunkturzyklus durchlaufen habe. Doch die anspruchsvollen Eigenkapital- und Liquiditätsvorgaben reduzierten schon jetzt die Finanzierungskapazitäten der Banken.

Derzeit werde in Basel diskutiert, den Einsatz interner Modelle zur Berechnung von Risiken weiter einzuschränken. Ossig: „Es ist unsere große Sorge, dass dadurch die Eigenkapitalunterlegung gegenüber Basel III noch weiter und deutlich erhöht wird – als Basel IV“, so Ossig.

Zwar sind die Konsequenzen der Bankenregulierung, insbesondere von Basel III, bis dato für die Wirtschaft noch kaum spürbar. Vor allem die derzeitige extreme Niedrigzinsphase, die lang anhaltende günstige Konjunktur und die niedrige Nachfrage nach Krediten bei gleichzeitig hohem Anbieterwettbewerb sorgen für nach wie vor sehr gute Finanzierungsbedingungen für Unternehmen.

Gleichwohl warnen der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) und der Bankenverband in einem gemeinsamen Positionspapier, die Regulierung dürfe nicht dazu führen, dass Banken die bewährten Finanzdienstleistungen nicht mehr anbieten können.

 

Pressekontakt:
Lars Hofer
Pressesprecher
Telefon: +49 30 1663-1210
lars.hofer@bdb.de

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