10. Juli 2020

EBICS fördert den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum: Deutschland, Frankreich, Schweiz und Österreich gestalten künftig den gemeinsamen europäischen Standard für Finanztransaktionen

Die EBICS-Gesellschaft begrüßt die österreichische Kreditwirtschaft, vertreten durch die Studiengesellschaft für Zusammenarbeit im Zahlungsverkehr GmbH, kurz STUZZA, als neuen Gesellschafter. Zukünftig wird der Electronic Banking Internet Communication Standard (EBICS) gemeinschaftlich von Deutschland, Frankreich, Österreich und Schweiz weiterentwickelt. Die STUZZA mit Sitz in Wien ist die Normierungs- und Beratungsorganisation österreichischer Banken. In der STUZZA werden verbindliche technische und organisatorische Normen für österreichische Banken ausgearbeitet. Außerdem ist sie auch die Vertretung in europäischen Gremien und nationalen Organisationen sowie Interessengruppen aus dem Finanzbereich. 

Die Beteiligung der österreichischen Kreditwirtschaft an der EBICS-Gesellschaft ist ein bedeutsamer Schritt auf dem Weg der Europäisierung des EBICS-Standards. Dies entspricht der Gründungsidee der von der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) und dem Comité Français d’Organisation et de Normalisation Bancaire (CFONB) am 17. Juni 2010 in Brüssel ins Leben gerufenen EBICS Gesellschaft. 

Für viele Unternehmen ist die SEPA-Migration ihrer Zahlungsanwendungen erst durch die Verfügbarkeit dieses europaweiten Kommunikationsprotokolls vollendet. EBICS erleichtert den Austausch von Finanztransaktionen in Europa, insbesondere innerhalb des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraumes (SEPA). Als offener Standard steht EBICS (lizenzkosten-)frei zur Verfügung. 

EBICS lässt sich einfach an betriebliche IT-Architekturen anpassen. Als hoch verfügbarer und kostengünstiger Standard kann EBICS jedes notwendige Datenvolumen sicher und schnell bewältigen. Auf Basis eines gesicherten Internetprotokolls (IP) mit mehrfacher Verschlüsselung ermöglicht EBICS die flexible, effiziente, nachvollziehbare und sichere Abwicklung von Bankgeschäften unter Verwendung von elektronischen Unterschriften. 

EBICS gewinnt daher für die Anwendung zwischen Kreditinstituten und Clearinghäusern ergänzend zum SWIFT-Zugang zunehmend an Bedeutung. Bereits im Jahr 2008 machte die Deutsche Bundesbank ihren SEPA-Clearer über EBICS zugänglich. In 2013 erweiterte die EBA Clearing den Zugangskanal für STEP2 ebenfalls auf EBICS. EBICS und SWIFT werden zudem bereits bei einigen Banken parallel für das bilaterale Clearing eingesetzt. 

Drei gute Gründe, warum ein EBICS-Zugang auch im Interbankenbereich sinnvoll ist: 

  • Kosten Bei EBICS fallen, abgesehen von reinen Betriebskosten, keine Transaktionskosten für den Transport an. 
  • Sicherheit EBICS deckt den Bedarf zu einem Backup-Transportverfahren für das Clearing im Interbankenzahlungsverkehr. 
  • Flexibilität EBICS ist flexibel einsetzbar für alle Arten von Bankgeschäften bis hin zur Abwicklung von kartenbasierten Zahlungstransaktionen. 

Alle Kreditwirtschaften in Europa sind eingeladen, EBICS für Austausch von Finanztransaktionen mit Ihren Kunden und anderen Kreditinstituten zu nutzen und sich an der Weiterentwicklung zu beteiligen. CFONB, GBIC, SIX und STUZZA laden jede neue Gemeinschaft in Europa ein, sich an der EBICS-Firma zu beteiligen, um den Standard weiterzuentwickeln.

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