6. Februar 2013

Europas Wettbewerbsfähigkeit lässt sich nicht über den Wechselkurs steuern

Der französische Staatspräsident Hollande forderte gestern in Straßburg eine aktive Wechselkurspolitik für die Euro-Zone. Dazu erklärte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes: „Die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Euro-Staaten oder des gesamten Euro-Raums lässt sich nicht mit einem politisch gesteuerten Wechselkurs sichern. Für die ehrgeizigen und - zugegebenermaßen - auch sehr mühsamen Strukturreformen in Europa gibt es keine billigen Ausflüchte."

Eine aktiv gesteuerte Wechselkurspolitik würde zudem ein enormes Konfliktfeld mit der Europäischen Zentralbank und deren Ziel der Preisniveaustabilität eröffnen. Damit würde an weiteren Grundfesten der Währungsunion gerüttelt. Der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes warnte aber auch vor möglichen Abwertungswettläufen, die die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen würden. Außerdem dürfe man nicht übersehen, dass es ja gerade ein großer Vorteil der Währungsunion sei, dass die Euro-Staaten in einem größeren Währungsverbund von den Wechselkursschwankungen nicht mehr so stark getroffen werden, wie in der Vergangenheit.

Doch auch ohne die Gefahr von Abwertungswettläufen hält Kemmer die mittel- bis längerfristige Wirkung einer Abwertungspolitik für schädlich. „Kapitalabflüsse, steigende Kapitalmarktzinsen und eine höhere Inflationsrate würden Wirtschaft und Bürger im Euro-Raum belasten. Die Folgen dieser Politik konnte man in vielen europäischen Ländern in den 80er und frühen 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts beobachten“, erinnerte Kemmer.


Pressekontakt:
Thomas Schlüter
Pressesprecher
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