8. Juni 2017

EZB sollte noch entschlossener Ausstieg aus Negativzinsen angehen

„Die Europäische Zentralbank (EZB) macht zwar erste Trippelschritte in Richtung Ausstieg aus der extrem expansiven Geldpolitik“, erklärt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, zur heutigen EZB-Ratsentscheidung. „Angesichts der positiven und stabilen Konjunkturentwicklung im Euro-Raum sowie der erkennbar stabilen Preisentwicklung hätte ich mir aber ein entschlosseneres Vorgehen gewünscht.“

„Für die Finanzmärkte stellt sich nun immer mehr die Frage nach der weiteren Schrittfolge der EZB“, so Kemmer weiter. Einerseits spräche viel dafür, zunächst das Aufkaufprogramm für Staatsanleihen ab dem nächsten Jahr schrittweise zurückzufahren. Andererseits sei für die Banken im Euro-Raum das Ende der Negativzinsen von besonderer Bedeutung.

Denn die Risiken und Nebenwirkungen der Negativzinsen seien besonders groß. „Sollte die EZB der Meinung sein, eine Zinserhöhung sei erst dann eine geldpolitische Option, wenn das Aufkaufprogramm beendet ist, dann sollte sie zumindest einen Freibetrag für die Überschussliquidität der Geschäftsbanken einführen“, fordert der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. Mit einem solchen Freibetrag würden die unerwünschten Nebenwirkungen der Negativzinspolitik reduziert – für Wirtschaft, Verbraucher und Banken.

Pressekontakt:

Dr. Kerstin Altendorf
Pressesprecherin
Telefon: +49 30 1663-1250
kerstin.altendorf@bdb.de

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