27. Mai 2015

Fonds statt Sparbuch? Zehn Tipps zum Sparen mit Investmentfonds

Fondssparen wird beliebter, nachdem die Zinsen für Spareinlagen und Bundeswertpapiere immer weiter gesunken sind. So haben die privaten Haushalte in Deutschland ihre Bestände an Investmentfondsanteilen in den vergangenen zwei Jahren um gut 18 Prozent aufgestockt (Bundesbank, Geldvermögensstatistik). Doch eignen sich Investmentfonds für jedermann? Anhand unserer zehn Grundregeln zum Fondssparen können Sie dies überprüfen.

1. Im Gegensatz zum Sparbuch fallen bei Investmentfonds Kosten an, worauf der Anleger achten sollte. Dazu gehört insbesondere die regelmäßige Verwaltungsvergütung für das Fondsmanagement (oft etwa 1 bis 1,5 Prozent jährlich) sowie manchmal noch eine erfolgsabhängige Verwaltungsgebühr. In der ausgewiesenen Wertentwicklung der Fonds sind diese Kosten berücksichtigt. Hinzu kommt oft ein einmaliger Ausgabeaufschlag beim Kauf von Fondsanteilen, der bis zu ca. sechs Prozent des Anteilwertes ausmachen kann.

2. Fondssparer müssen Wertschwankungen aushalten können. Das ist der Preis für höhere Renditechancen, die Investmentfonds auf längere Sicht bieten. Starke Schwankungen kann es zum Beispiel bei Aktienfonds geben, hier winken aber auch langfristig über-durchschnittliche Renditechancen.

3. Aufgrund von Kursschwankungen ist für Fondssparen ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont ein Muss. Das Risiko von Verlusten sinkt beim Fondssparen erfahrungsgemäß mit der Anlagedauer. Denn starke Kursschwankungen werden durch die regelmäßige Anlage eines gleichbleibenden Geldbetrags ausgeglichen. Aufgrund von Kosten und Wertschwankungen bei Fonds bleiben Tagesgeld- und Sparkonten für die notwendige kurzfristige Liquidität wichtig. Für den „Notgroschen“ sollte nicht nur der Zins im Vordergrund stehen, sondern auch Sicherheit und schnelle Verfügbarkeit.
 
4. Für einen allmählichen Vermögensaufbau sind Fonds-Sparpläne sinnvoll. Auch mit kleinen
Beträgen kann der Anleger sein Vermögen kontinuierlich aufbauen. Außerdem bieten Fondssparpläne dem Anleger hohe Flexibilität, denn er kann häufig die Sparrate verändern oder aussetzen, jederzeit die bereits erworbenen Fondsanteile veräußern und muss sich nicht an eine bestimmte Laufzeit halten.

5. Bei offenen Immobilienfonds müssen Anleger eine zweijährige Mindesthaltefrist und eine einjährige Kündigungsfrist beachten, wenn sie Fondsanteile verkaufen möchten. Von offenen Immobilienfonds abgesehen gilt dagegen der Grundsatz: Anleger können Investmentfondsanteile jederzeit, ohne Kündigungsfristen, zum aktuellen Rücknahmepreis veräußern. Dabei fallen in der Regel keine Kosten an.

6. Stark im Kommen sind Indexfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds), die an der Börse gehandelt werden. Da sie einen Index wie zum Beispiel den Dax nachbilden und dafür kein „aktives“ Fondsmanagement nötig ist, sind die Verwaltungsvergütungen deutlich niedriger als bei herkömmlichen Fonds. Außerdem fällt kein Ausgabeaufschlag an. Da ETFs über die Börse ge- bzw. verkauft werden,  entstehen jedoch Transaktionskosten.
 
7. Welcher Fonds ist der beste? Das weiß man immer erst im Nachhinein. Die Erfahrung zeigt: Die höchsten Renditechancen bieten langfristig Aktienfonds. Wer zum Beispiel vor 20 Jahren einen Sparplan mit Aktienfonds Deutschland einrichtete und bis heute durchhielt, konnte im Schnitt über sieben Prozent Rendite jährlich erzielen. Dabei sind alle Kosten berücksichtigt.

8. „Riestern“ ist auch mit Fonds möglich. Wer seine Altersvorsorge langfristig betreibt, kann mit fondsgebundenen Riester-Produkten hohe Renditechancen nutzen. Wie generell bei Riesterverträgen gilt: Kosten beachten. Wichtig zu wissen: Bei Riesterfondssparplänen liegt das angelegte Vermögen fest, eine zwischenzeitliche Veräußerung der erworbenen Fondsanteile ist nicht möglich.

9. Streng zu unterscheiden von „offenen“ Investmentfonds sind „geschlossene“ Fonds. Letztere sind unternehmerische Beteiligungen, zum Beispiel in Flugzeuge, Schiffe oder Immobilien. Wenn alle Anteile verkauft sind, werden diese Fonds „geschlossen“. Anleger sind bei geschlossenen Fonds grundsätzlich an die Laufzeit gebunden und haben keinen Anspruch auf Rücknahme ihrer Fondsanteile.

10. Die Anlageregel „breit streuen“ gilt auch für Fondssparer. So sollten größere Beträge in der Regel auf verschiedene Fonds und Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Immobilien verteilt werden. Vor- und Nachteile einzelner Fonds sowie die Frage, welche Fonds am besten zu meinem persönlichen Anlageprofil passen, lassen sich im Gespräch mit einem Berater des Vertrauens klären.

Pressekontakt:

Julia Topar
Pressesprecherin
Telefon: +49 30 1663-1240
julia.topar@bdb.de

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