2. Dezember 2015

Fortschritt ohne Risiko? Deutsche haben hohes Sicherheitsbedürfnis – aktuelle Umfrage des Bankenverbands

Die Deutschen scheuen eher das Risiko und sind auch mit Blick auf den wissenschaftlichen Fortschritt skeptisch. Das ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bankenverbandes zum Sicherheits- und Risikoempfinden der Bevölkerung durchgeführt hat.

„Fortschritt und Innovation sind Voraussetzung für unseren Wohlstand – und ohne Risiko nicht zu haben“, betont Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, mit Blick auf die Daten. Sicherheitsbedürfnis und Risikobereitschaft müssten in der Gesellschaft stets neu ausbalanciert werden. Natürlich verzichte niemand gern auf Sicherheit, und das Risiko, das gerade noch eingegangen werden könne, hänge immer auch vom betreffenden Gegenstand ab. „Dennoch“, so Kemmer, „gehören zur Freiheit einer Gesellschaft, die sich weiterentwickeln und sich im Wettbewerb bewähren muss, notwendigerweise immer auch die Freiheit und der Mut zum Risiko.“

In Deutschland verbindet nur jeder fünfte Befragte (22 %) „wissenschaftlichen Fortschritt“ mit mehr Sicherheit, während über ein Drittel (36 %) „mehr Risiko“ befürchtet und die restlichen Befragten unentschieden sind. Obwohl die Begriffe „Fortschritt“ und „Wissenschaft“ auf allgemeiner Ebene von den Befragten positiv bewertet werden, dreht sich das Bild, sobald Risiken ins Spiel kommen: 44 % der Deutschen wollen gar auf wissenschaftlichen Fortschritt ganz verzichten, wenn „es dabei auch nur ein geringes Risiko“ für den Menschen gibt.

Wie die Umfrage des Bankenverbandes offenbart, haben die Deutschen zudem ein sehr ambivalentes Verhältnis zur Risikobereitschaft. 57 % der Befragten halten es zwar für wichtig, „auch einmal etwas zu riskieren“, aber unter 22 abgefragten Schlagworten zu Dingen, die „im Leben wichtig sind“, landet die „Risikobereitschaft“ mit 9 % abgeschlagen auf dem letzten Platz. Eine gute „finanzielle Absicherung“ (76 %) oder ein „sicherer Arbeitsplatz“ (68 %) finden sich hingegen auf den vorderen Rängen. Zeitreihendaten belegen dabei, dass die Risikoaversion der Deutschen in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich zugenommen hat. Äußerten 1993 „nur“ 43 % der Befragten zu dem Begriff „Risiko“ eine spontane negative Reaktion, liegt dieser Anteil heute bei 60 %.

Die Umfrage „Zwischen Sicherheitsbedürfnis und Risikobereitschaft“ wurde Anfang November 2015 vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bankenverbandes unter 1.504 in Deutschland lebenden Personen ab 16 Jahre erhoben. Die ausführlichen Ergebnisse sind verfügbar unter: https://bankenverband.de/media/files/Untersuchung.pdf.

Pressekontakt:
Julia Topar
Pressesprecherin
Telefon: +49 30 1663-1240
julia.topar@bdb.de

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