23. August 2016

Hoher Zins in fremder Währung?

Die Nullzinspolitik der EZB verunsichert. Auf der Suche nach Rendite wirft so mancher Sparer und Anleger einen Blick auf andere Länder und andere Währungen. Während deutsche Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit (in Euro) aktuell eine Negativrendite aufweisen, gibt es in fremden Währungen oft noch vergleichsweise attraktive Zinsen. Zehnjährige Staatsanleihen der USA zum Beispiel rentieren sich derzeit mit etwa 1,5 Prozent (US-Dollar), entsprechende Papiere Australiens mit knapp zwei Prozent (Australischer Dollar) und südafrikanische sogar mit über acht Prozent (Südafrikanische Rand).

Doch Achtung: Neben dem grundsätzlich bestehenden Emittentenrisiko  (Verlustrisiko bei möglicher Zahlungsunfähigkeit des Schuldners) müssen Anleger bei Anleihen in fremden Währungen das Wechselkursrisiko berücksichtigen. Fällt der Wechselkurs der fremden Währung, erhält der Anleger am Ende einen geringeren Betrag in Euro zurück, als er ursprünglich eingesetzt hat. Steigt dagegen die Fremdwährung, können Anleger zusätzlich zur regulären Verzinsung Wechselkursgewinne verbuchen. Der südafrikanische Rand beispielsweise hat seit Jahresbeginn gegenüber dem Euro um mehr als zehn Prozent aufgewertet, so dass deutsche Anleger neben dem Zins auch noch einen kräftigen Währungsgewinn verbuchen können. Allerdings ist die Kursentwicklung von Währungen unberechenbar, so dass bei Anlagen in fremden Währungen immer auch ein gewisses spekulatives Element bleibt. Wer zum Beispiel auf das britische Pfund setzte, musste seit Jahresbeginn einen Kursverlust gegenüber dem Euro von über 15 Prozent hinnehmen, nicht zuletzt bedingt durch das Brexit-Votum.

Dennoch können Fremdwährungsanlagen - neben Anleihen auch Aktien - zur Ergänzung und Risikostreuung im Depot sinnvoll sein. Anleger müssen dafür aber das nötige Risikoverständnis mitbringen. Ein klärendes Beratungsgespräch sollte der konkreten Anlageentscheidung immer vorausgehen.

Julia Topar
Pressesprecherin
Telefon: +49 30 1663-1240
julia.topar@bdb.de

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