8. Dezember 2016

Kemmer zu EZB-Geldpolitik: Ein unentschlossenes Sowohl-als-auch

„Es ist zu begrüßen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrem monatlichen Kaufprogramm ein wenig vom Gaspedal gehen will“, betont Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, mit Blick auf die heutige Entscheidung der EZB, das Aufkaufprogramm zu verlängern, aber das monatliche Volumen zu verringern. Die wachsenden Risiken für die Finanzstabilität, das sich festigenden Wirtschaftswachstum im Euro-Raum sowie die vollends überwundenen Deflationsrisiken rechtfertigten diese Entscheidung.

Kemmer: „Wenig überzeugend ist jedoch die lange Frist, mit der die EZB das Kaufprogramm fortführen will.“ Von April bis Dezember 2017 wird die EZB die ohnehin schon reichliche Liquiditätsversorgung um zusätzliche 540 Mrd. Euro erhöhen. „Damit wird nicht nur die Bilanz der EZB weiter kräftig steigen, sondern es werden auch die Stabilitätsgefahren durch verzerrte Risikopreise und fehlgeleitetes Kapital zunehmen“, warnt der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes.

Mit dem leichten Zurückschrauben des monatlichen Kaufvolumens im April nächsten Jahres, hätten sich die europäischen Währungshüter auch mehr Flexibilität für einen weiteren schrittweisen Rückzug aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik für den weiteren Jahresverlauf offen halten sollen. Kemmers Appell: „Es bleibt zu hoffen, dass dieses Versäumnis durch eine sorgfältige und offene Kommunikation der mittelfristigen Perspektiven der EZB-Politik im kommenden Jahr kompensiert wird.“

Pressekontakt:

Dr. Kerstin Altendorf
Pressesprecherin
Telefon: +49 30 1663-1250
kerstin.altendorf@bdb.de

 

 

 

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