Kemmer: Fed normalisiert Geldpolitik weiter

16. März 2017

„Mit der gestrigen Zinsentscheidung hat die amerikanische Notenbank Fed nachdrücklich unterstrichen, dass sich die US-Wirtschaft in einer guten Verfassung befindet“, erklärt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. Die Arbeitslosigkeit sei mit 4,7 Prozent wieder so niedrig wie in der Boom-Phase vor gut zehn Jahren, und im laufenden Jahr sei in den USA ein Wirtschaftswachstum von rund 2,5 Prozent zu erwarten. „Angesichts der ebenfalls etwas anziehenden Teuerungsrate gibt es nichts, was gegen einen weiteren Schritt auf dem Weg der geldpolitischen Normalisierung gesprochen hätte“, resümiert er.

Der Bankenverband erinnert daran, dass auch in Europa der geldpolitische Krisenmodus kein Dauerzustand sein dürfe. Viele würden verkennen, dass die Wirtschaft im Euro-Raum inzwischen seit vier Jahren wieder auf einem Wachstumskurs sei. Kemmer: „Zu dem für das laufende Jahr prognostizierten Wirtschaftswachstum von etwa 1,7 Prozent und einer Inflationsrate in ähnlicher Größenordnung passen jedenfalls weder negative Zinsen noch ein monatliches Aufkaufprogramm im zweistelligen Milliardenbereich.“
Der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes ist überzeugt, dass man nun immer eindringlicher warnen müsse: „Je länger die EZB im geldpolitischen Krisenmodus bleibt, desto stärker nehmen die Risiken und Nebenwirkungen dieser Politik zu – angefangen bei verzerrten Risikopreisen und Kapitalfehllenkungen über Gefahren für die Finanzstabilität bis hin zu einem beachtlichen Zinsänderungsrisiko.“

Dr. Kerstin Altendorf
Pressesprecherin
Telefon: +49 30 1663-1250
kerstin.altendorf@bdb.de

 

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