24. Mai 2018

Den Rahmen für Sustainable Finance richtig gestalten

  • Banken setzen auf Sustainable Finance
  • Schrittfolge der Regulierung ist entscheidend

Im Zuge ihres Aktionsplanes für mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft hat die Europäische Kommission heute erste konkrete Vorschläge präsentiert. Diese betreffen vor allem den zukünftigen Rahmen einer Sustainability-Klassifikation sowie erweiterte Pflichten in der Anlageberatung. 

Apfelbäume

„Die Marktdynamik im Segment Sustainable Finance ist schon heute hoch“, sagte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. „Die Banken nutzen bereits die Chancen, die der Aktionsplan umreißt.“ Die richtige Reihenfolge bei der Umsetzung des Aktionsplans sei jedoch entscheidend, um den Markt weiter wachsen zu lassen. An erster Stelle stehe die Ausarbeitung der Taxonomie, dann sollte eine empirische Bestandsaufnahme erfolgen und erst im dritten Schritt gegebenenfalls konkrete Regulierungsmaßnahmen. „Dem noch zarten Pflänzchen muss genug Raum gegeben werden, damit es wachsen kann“, erklärte Ossig. Die Ausgestaltung des rechtlichen Rahmens für die zukünftige Sustainability-Klassifikation stelle in dieser Hinsicht eine erste bedeutende Etappe dar, um künftig eine angemessene Orientierung bieten zu können.

Die Europäische Kommission hat im Rahmen der heute vorgestellten Sustainable-Finance-Maßnahmen auch vorgeschlagen, Nachhaltigkeitsaspekte bei der Beratung von Privatkunden kurzfristig in die Finanzmarktrichtlinie MiFID II zu integrieren. Diesen Vorstoß hält Ossig für übereilt. Das Regelwerk mit seinen vielen Änderungen für Kunden und Banken sei erst Anfang des Jahres in Kraft getreten. Die jetzt vorgelegten Vorschläge erforderten erneute umfangreiche Anpassungen. Um die Akzeptanz bei Anlegern und Banken zu fördern, sollte die Kommission ihre Änderungswünsche daher besser in die bevorstehende Überprüfung (Review) der MiFID II einbringen.

Ossig betonte, dass die Banken bereit seien, ihren Beitrag zu leisten, um die europäische Wirtschaft nachhaltiger und wettbewerbsfähiger zu gestalten. Überschneidungen mit gerade erst eingeführten oder geänderten Regelwerken wie z.B. der MiFID II sollten aber vermieden werden, da sie das Projekt Sustainable Finance eher behindern als fördern würden.

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