14. April 2016

Nicht im Dispo verharren

Kommt es Ihnen nicht auch manchmal so vor? Dass am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist?

Leider ist dies für manche Bankkunden oftmals Realität und sie überziehen ihr Konto, indem sie in den so genannten Dispo (Dispositionskredit) rutschen. Dabei ist der Dispo nur zur Überbrückung kurzfristiger Engpässe gedacht. Nur dann macht er Sinn. Beispiel: Wer sein Konto mit 2.000 Euro für eine Woche überzieht, zahlt bei einem angenommenen Dispozins von 9 Prozent gerade einmal knapp 3,50 Euro. Das ist so viel wie ein Cappuccino in Berlin kostet.

Vorteil des Dispo: Man kommt einfach, bequem und unbürokratisch, vor allem schnell an sein Geld. Nachteil: Obwohl die aktuellen Zinsen für Dispokredite (derzeit bei durchschnittlich 8,85 Prozent) auf dem niedrigsten Stand seit 10 Jahren sind, ist der Zinssatz im Gegensatz zu anderen Kreditarten verhältnismäßig hoch. Grund: Der Dispo ist auch für die Bank ein teures Instrument, denn sie muss das Geld permanent vorhalten, um schnell und flexibel reagieren zu können, wenn der Kunde den Dispo in Anspruch nehmen will. Zudem müssen Banken grundsätzlich alle ihre Kredite mit ausreichend Eigenkapital unterlegen – auch wenn diese womöglich gar nicht in voller Höhe ausgeschöpft werden. Dazu kommt der hohe Verwaltungsaufwand. Das neue Wohnimmobiliengesetz, das am 21. März 2016 in Kraft getreten ist, verpflichtet Banken und Sparkassen, ihre Kunden bei ununterbrochener Inanspruchnahme des Dispokredits über einen Zeitraum von sechs Monaten und mind. 75 % ein persönliches Beratungsgespräch anzubieten. Sie müssen über mögliche Konsequenzen und Kosten einer weiteren Überziehung und eventuelle kostengünstige Alternativen informieren und gegebenenfalls auf geeignete Beratungseinrichtungen hinweisen. 

Wie kann ich eine dauerhafte Inanspruchnahme meines Dispos verhindern?

Wenn Sie einen größeren Geldbetrag für längere Zeit brauchen, oder sich zur Fußball-EM den Traum vom neuen HD-Fernseher erfüllen möchten, sollten Sie mit Ihrem Bankberater zuvor über Alternativen sprechen. Mit einem günstigeren Ratenkredit können Sie eine Menge Zinsen sparen.

Pressekontakt:
Julia Topar
Pressesprecherin
Telefon: +49 30 1663-1240
julia.topar@bdb.de

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