15. Oktober 2020

Peters: Mit Kapitalmarktunion und digitalem Euro Europas Souveränität stärken

  • Bankenpräsident äußert sich anlässlich der Herbsttagung von IWF und Weltbank
  • Banken rechnen mit stärkstem Konjunktureinbruch der Nachkriegsgeschichte

Angesicht eines drastischen weltweiten Konjunktureinbruchs machen sich die privaten Banken für strukturelle Reformen in Deutschland und Europa stark. „Mehr denn je stellt sich in solch unruhigen Zeiten die Frage, wie die Wettbewerbsfähigkeit Europas gestärkt werden kann“, sagte Bankenpräsident Hans-Walter Peters anlässlich der Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank.

Aus Sicht des Bankenverbandes besteht in zwei Feldern akuter Handlungsbedarf. „Zum einen muss die Finanzierung der Wirtschaft auf breitere Beine gestellt werden. Der europäische Kapitalmarkt ist immer noch unterentwickelt“, sagte Peters. Er begrüßte, dass die Europäische Kommission mit ihrem vor drei Wochen vorgestellten Aktionsplan zur Kapitalmarktunion einen neuen Anlauf unternehme, Bewegung in die Sache zu bringen.

Die privaten Banken erwarten in diesem Jahr einen Rückgang der globalen wirtschaftlichen Leistung um rund vier Prozent. „Da alle Regionen der Welt betroffen sind, wäre dies der stärkste Wirtschaftseinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg“, so Peters. Im Jahr 2021 sollte die globale Wirtschaftsleistung zwar um etwa fünf Prozent wachsen. Allerdings sei die Weltwirtschaft noch nicht über den Berg. Es bleibe deshalb umso wichtiger, dass die Wirtschaftspolitik den Aufschwung weiter stütze, so der Bankenpräsident.

Ein weiteres wichtiges Thema stellt die Digitalisierung des Geldes dar. „Ohne einen digitalen Euro droht Europa seine internationale Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel zu setzen“, sagte Peters. Wenn Europa diese Innovation verschlafe, könne langfristig auch seine Währungshoheit verloren gehen. Zögern wäre fahrlässig, China habe auf diesem Gebiet bereits einen großen Vorsprung.

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