7. September 2017

Bankenpräsident: Regulierung mit Augenmaß für leistungsfähigen Finanzplatz

„Die Ära des Nationalismus muss in der Regulierung der Finanzmärkte zu Ende sein – trotz Trump und Brexit. Das sollten wir seit 2007 gelernt haben“, betont Hans-Walter Peters, Präsident des Bankenverbandes und Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter der Privatbank Berenberg, mit Blick auf die heutige Veranstaltung „Banken im Umbruch“ in Frankfurt am Main.

Der Tendenz zu Renationalisierung und Populismus müsse entschlossen entgegengetreten werden. Ein Zurück zur Kleinstaaterei könne nicht die Antwort auf die derzeitigen globalen Herausforderungen sein. Peters appelliert, auch nach dem Brexit im Gespräch zu bleiben: „Nur möglichst koordiniertes politisches Handeln bringt uns weiter, das hat insbesondere die Finanzmarktregulierung der letzten Jahre gezeigt.“

Entscheidend sei zudem nicht die Quantität, sondern die Effektivität der Regulierung, wenn es um optimale Bedingungen für einen stabilen und leistungsfähigen Finanzplatz gehe. Großen Nachholbedarf sieht der Bankenpräsident daher bei der Proportionalität der gesetzlichen Rahmenbedingungen. „Viel hilft nicht viel. Im Gegenteil: Gerade kleinere und mittlere Banken müssen vom bürokratischen Aufwand entlastet werden. Regulierung darf nicht dazu führen, dass ihnen die Luft zum Atmen genommen wird“, so Peters.

Der Bankenverband hat daher eigene, nach Größe der Banken abgestufte Vorschläge zur Proportionalität der Rahmenbedingungen vorgelegt. Peters: „Wir wollen damit keine unterschiedlichen Anforderungen an die Höhe oder die Qualität von Eigenkapital und Liquiditätsregeln erreichen, aber dennoch die kleineren Institute spürbar von unnötiger Regelungswut entlasten“.

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