31. Oktober 2013

Staatsschuldenkrise und kein Ende? Blick zurück für neue Perspektiven

„Die Geschichte ist reich an Finanz- und Schuldenkrisen, die uns einiges über den Charakter der gegenwärtigen Krise verraten könnten“, so Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. Nach gut drei Jahren Euro-Staatsschuldenkrise – und bisher keiner Lösung in Sicht – gelte es, die richtigen Schlüsse aus der Vergangenheit zu ziehen. Das sei der Leitgedanke für das „Gespräch in der Burgstraße“ des Bankenverbandes gemeinsam mit dem Institut für bankhistorische Forschung.

Für Kemmer steht fest, dass die Staatsschuldenkrise eine Zäsur darstellt. Für die meisten Staaten dürften die Jahre der vergleichsweise leichten und günstigen Möglichkeit, immer weitere Schulden aufzutürmen, auf längere Sicht vorbei sein. Auch Banken werden zukünftig nicht mehr wie selbstverständlich Staatsanleihen in ihren Büchern halten. Die enge Beziehung, die auch politisch gewollt war, habe Risse bekommen. Michael Kemmer: „Die Nullgewichtung von Staatsanleihen, d.h. dass diese Anleihen nicht mit Eigenkapital unterlegt werden müssen, hat in dieser Hinsicht zweifellos Fehlanreize gesetzt und sollte nun Schritt für Schritt ersetzt werden.“

Der Vorstandsvorsitzende des Instituts für bankhistorische Forschung und der Aareal Bank AG, Wolf Schumacher, mahnte: „Eine Klarheit in Bezug auf hohe Staatsverschuldung haben uns die vergangenen Jahre beschert: Sie führt nicht nur in die wirtschaftliche, sondern auch in die politische Krise.“ In Europa sei die Staatsschuldenkrise längst zu einer Zerreißprobe für die Währungsunion geworden.

Beim „Gespräch in der Burgstraße“ diskutierten die Wirtschaftsforscher Prof. Stefanie Walter (Uni Zürich), Prof. Carsten Burhop (Uni Wien) und Prof. Bernd Rudolph (München). Außerdem Markus Ferber, MdEP, und Thomas Lange, Vorsitzender des Vorstands, National-Bank AG. Die Themen dabei: die bisherigen/mögliche weitere Maßnahmen der Bewältigung der Staatsschuldenkrise sowie die Weiterentwicklung Europas insgesamt.

Pressekontakt:
Julia Topar
Pressesprecherin
Bundesverband deutscher Banken e. V.
Telefon: 030 1663-1240

bankenverband.de/presse

Hanna Floto-Degener
Geschäftsführerin
Institut für bankhistorische Forschung e.V.
Telefon: 0179 6908321

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