25. Juni 2018

Der volkswirtschaftliche Nutzen der Banken

Das deutsche Bankensystem war historisch der Schlüssel zu einem soliden und diversifizierten Wirtschaftswachstum, das Großunternehmen und Mittelstand gleichermaßen in ihrer Entwicklung förderte. Was waren die Merkmale dieses erfolgreichen Miteinanders und wie lässt sich heute daran anknüpfen? Das ist Thema der heutigen Vortragsveranstaltung „Der volkswirtschaftliche Nutzen der Banken“, die Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) und das Institut für Bank- und Finanzgeschichte e. V. gemeinsam ausrichten. In der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften diskutieren Experten aus Wissenschaft, Politik, Real- und Kreditwirtschaft.

In seiner Begrüßung sagte Dr. Karl-Peter Schackmann-Fallis vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), dem aktuellen Federführer der Deutschen Kreditwirtschaft, dass die derzeitige „Regulierungsflut“ Banken und Sparkassen stark belaste und sie bei der Wahrnehmung ihrer volkswirtschaftlichen Funktionen behindere. "Eine gute Regulierung muss immer auch die Ertragskraft, die Leistungs- und die Wettbewerbsfähigkeit der zu regulierenden Institute im Blick haben. Denn nur eine profitable, leistungsstarke und wettbewerbsfähige Kreditwirtschaft kann ihren Nutzen für die Volkswirtschaft als Ganzes entfalten", so Dr. Schackmann-Fallis.

„Zukunft entsteht, wenn Beziehungen gelingen – das gilt auch für das Verhältnis von Banken und Sparkassen zur Realwirtschaft“, sagt Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des DIHK. Die Realwirtschaft sei auf eine vertrauensvolle Kundenbeziehung mit den Banken angewiesen, vor allem um Investitionen finanzieren zu können. „Die regulatorischen Anforderungen müssen den Kreditinstituten daher genügend Freiraum für unternehmerische Entscheidungen lassen, um ihre Kundenbeziehung zur Realwirtschaft angesichts vielfältiger Herausforderungen zukunftsfähig zu machen.“ so Martin Wansleben.

Hermann J. Merkens von der Aareal Bank AG betonte, dass die Kreditwirtschaft Dienstleister der Realwirtschaft war und ist. „Unabhängig von dem berechtigtem Interesse an Absicherung der Volkswirtschaften müssen die Rahmenbedingungen seitens der Politik mit Augenmaß so gesetzt werden, dass Banken auch in Zukunft Wachstum finanzieren, sich am Kapitalmarkt bewegen und im internationalen Vergleich in einem level playing field agieren können. Auch ist eine einseitige Bevorzugung von digitalen Playern, die mit weniger regulatorischen Vorschriften belastet agieren können, bedenklich." 

Wolfgang Kirsch von der DZ BANK AG stellte die Finanzierungsleistungen der Kreditwirtschaft heraus: „Banken stellen die Kreditversorgung und damit auch die Grundlage für Wachstum und Beschäftigung kontinuierlich sicher. Für Banken ist das Finanzierungsgeschäft nicht Mittel zum Zweck, es gehört zu unserer Daseinsberechtigung."

Dr. Otto Beierl von der LfA Förderbank Bayern hob hervor, dass Förderbanken das bewährte Drei-Säulen-Modell von Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken optimal ergänzen. „Sie betreiben Wirtschaftspolitik mit bankmäßigen Mitteln und ergänzen den Markt, wo es notwendig ist. Sie arbeiten im gesetzlichen Auftrag ihrer Eigentümer an der Umsetzung wirtschafts-, gesellschafts- und förderpolitischer Ziele ihrer öffentlichen Träger."

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