Andreas Krautscheid, Mitglied der Hauptgeschäftsführung, Bundesverband deutscher Banken, Berlin

Krautscheid: Bezahlen 2020 ‒ Regeln für die digitale Sepa 2.0

10. März 2017

Interview mit Andreas Krautscheid in "bank und markt"

Im März will die EU-Kommission einen Aktionsplan zur Schaffung eines europäischen Binnenmarktes bei Finanzdienstleistungen für Privatkunden vorlegen. Gesetzesvorhaben für die digitale Sepa 2.0 stehen jedoch derzeit nicht an. Deshalb hat der Bankenverband ein Positionspapier vorgelegt, in dem die private Banken ihre Vorstellungen umreißen, wie künftige Regelungen aussehen sollten. Keinen Regelungsbedarf sieht man bei Instant Payments. Dagegen sollten für das Mobile Payment ‒ analog zur PSD ‒ Schnittstellen vorgesehen werden, die die Gerätehersteller für andere Anbieter öffnen müssen. Und bei Online-Marktplätzen sollten die Marktplatzleistungen generell von der Zahlungsfunktionalitäten getrennt werden, um Wettbewerbsgleichheit zu schaffen.

Im Kontext mit dem Ziel, einen digitalen Binnenmarkt in der EU zu schaffen, hat die EU-Kommission auch Ziele für einen digitalen Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen definiert. Dazu gehört auch das Bezahlen. Welche Gesetzgebungsvorhaben stehen konkret an, um eine digitale SEPA 2.0 zu realisieren? Und was müsste nach Einschätzung des Bankenverbands noch oder noch rascher auf den Weg gebracht werden?

Auf EU-Ebene stehen derzeit keine Gesetzgebungsverfahren an. Deshalb geht der Bankenverband im Diskussionsprozess in Vorlage, wir wollen den digitalen Binnenmarkt voranbringen.

Es geht um viel mehr als SEPA 2.0. Die privaten Banken wollen einen digitalen europäischen Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen und da fehlt es an vielem. Wir erwarten im März von der EU-Kommission einen Aktionsplan zu Finanzdienstleistungen für Privatkunden. Damit die Diskussion hier in die richtige Richtung läuft, wollen wir die Debatte möglichst früh anstoßen. Dazu haben wir eine Vision „Digitales Bezahlen 2020“ vorgelegt; lassen Sie mich die wichtigsten Punkte kurz herausgreifen:

  • Die sogenannten Onboarding-Prozesse müssen für den Verbraucher vereinfacht werden.
  • Online-Marktplatz-Leistungen und Zahlverfahren gehören im E-Commerce entkoppelt – Stichwort Unbundling.
  • Der Zugang zu essenziellen Infrastrukturen für M-Payments sollte gewährleistet sein.
  • Die Bedingungen für datenbasierte Geschäftsmodelle – Stichwort Smart Data – sollten einen fairen Wettbewerb ermöglichen.
  • Es muss überdacht werden, in wieweit gesetzliche Zahlungsmittel erweitert werden sollten.

Das vollständige Interview finden Sie auf der Webseite von "bank und markt".

 

 

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