Christian Ossig

Fünf Fragen an Christian Ossig zur neuen Bankenakademie

Interview mit Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, in Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen vom 15. Oktober 2019

Welche Ausbildungsthemen stehen an der neuen Bankenakademie im Vordergrund?

Wir wollen mit der Bankenakademie schnell auf aktuelle Entwicklungen reagieren können. Kompetent und fokussiert. Auch dies ist ein Grund, warum wir unsere Bildungsaktivitäten nun in einer Akademie bündeln. Das Motto der Bankenakademie "Wissen, was kommt" ist dabei Leitbild. Wir wollen vor der Kurve sein. Die Teilnehmer der Bankenakademie-Veranstaltungen sollen mit einem echten Mehrwert und Wissensvorsprung nach Hause gehen. Fachexperten aus unseren Mitgliedsbanken und dem Bankenverband sind daher eng in die Vorbereitung und inhaltliche Entwicklung eingebunden. Von Beginn an. Der Verband weiß, welche Themen aus Brüssel oder Berlin kommen; die Bankpraktiker wissen, wo den Instituten der Schuh drückt. So können wir gezielt Maßnahmen planen und die notwendigen Informationen schnell und effizient an unsere Mitglieder bringen.

Die Themen werden dabei von der Akademie fortlaufend an dem aktuellen Informationsbedarf unserer Mitglieder angepasst. Diese Agilität ist notwendig, denn die letzten zehn Jahre haben gezeigt, dass sich wohl kaum eine andere Branche so durch Regulierung und Digitalisierung gefordert sieht wie das Bankwesen. Das aktuelle Themenspektrum der Bankenakademie reicht daher von Zukunftsthemen wie Blockchain oder datengetriebenen Geschäftsmodellen bis zu den klassischen Regulierungsthemen wie der Zahlungsverkehrsrichtlinie PSD 2 oder der Umsetzung der Baseler Eigenkapitalvorschriften; um nur einige Beispiele zu nennen.

Wie soll der neue Bereich digitale Fortbildung gestaltet sein: Welche Formate und Inhalte gibt es da?

Die neuen digitalen Aus- und Weiterbildungsangebote sind ein zentrales Herzstück der Bankenakademie. Mit diesen Formaten können wir schnell, flexibel und vergleichsweise kostengünstig Informationen und Lerninhalte vermitteln. Wir haben uns auch hier in der Umsetzung eng an den Bedürfnissen unserer Mitglieder orientiert. So wird das Angebot unter anderem interaktive Webinare, webbasierte Trainings, aber auch Videos oder Wissenstests beinhalten.

Mit den Webinaren können wir etwa zukünftig Wissen schnell über eine Online-Plattform vermitteln, zum Beispiel wenn es um die Auswirkungen einer aktuellen Gerichtsentscheidung auf die Bankpraxis geht.

Die webbasierten Trainings dienen in erster Linie der Wissensvermittlung und Schulung einer größeren Anzahl von Mitarbeitern. Teilnehmer können dabei auf einen gleichen Wissensstand gebracht werden, Wissen aufgefrischt oder vertieft werden. Etwa im Bereich des Datenschutzes, der Kapitalmarkt-Compliance oder der Abwehr von Geldwäsche.

Ist das Angebot als reines Serviceangebot für Verbandsmitglieder gedacht? Soll die Akademie ein richtiges Profit-Center werden?

In erster Linie richtet sich das Angebot an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Mitgliedsinstitute. Eine Vielzahl an Veranstaltungen und Weiterbildungsmaßnahmen steht zukünftig aber auch einem größeren Kreis von Banken, Fintechs, Versicherungen, Asset Managern oder Finanzdienstleistern offen. Ich gehe davon aus, dass das Angebot und die Serviceleistungen der Bankenakademie weiter wachsen werden. Insofern freuen wir uns auch über einen wachsenden Kreis von Teilnehmern.

Wie sind die Kapazitäten in der Akademie? Wie viele Kunden können gleichzeitig geschult werden?

Die Referenten der Bankenakademie kommen in erster Linie aus den Mitgliedsinstituten des Bankenverbandes sowie aus dem Bankenverband selbst. Damit können wir Informationen aus der Praxis für die Praxis bieten. Das ist uns wichtig, denn nur so können die Teilnehmer auch einen Nutzen aus den Veranstaltungen ziehen. Insofern verfügen wir über einen großen Pool und sind auch hinsichtlich der schulbaren Kunden flexibel. Das Angebot wird durch die Nachfrage bestimmt. Die Anzahl der Teilnehmer variiert derzeit zwischen 25 und über 150 Kunden. Bei digitalen Formaten können es auch weitaus mehr sein.

Wie können Interessierte an der Projektwerkstatt, der Austauschplattform für Regulierungsthemen, teilnehmen? Wird diese schon rege genutzt?

Die Projektwerkstatt ist mehr als eine Austauschplattform für Regulierungsthemen. Es ist ein Format, in dem praxisnahe Fragen zur Umsetzung spezifischer Themen diskutiert werden. Die Bankpraktiker können so gemeinsam Lösungsansätze erarbeiten, wir bieten ihnen die notwendige Plattform. In dieser Form haben wir die Projektwerkstatt jetzt aus der Taufe gehoben.

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