Kemmer: Finanzsystem ist deutlich stabiler geworden

18. Februar 2016

Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, zu aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten:

"Trotz der derzeit unruhigen Marktlage: Die deutschen Banken verfügen weiterhin über eine solide Kapitalausstattung – in vielen Fällen weit über das gesetzliche Soll hinaus. Der derzeitige Ausverkauf an Bankaktien ist daher keine Misstrauenserklärung gegenüber der Solidität der Finanzinstitute, sondern spiegelt vielmehr die Ängste der Investoren vor einer globalen Rezession wider.

Aufgrund der jüngsten Verwerfungen am Kapitalmarkt nun grundsätzliche Zweifel an der Aussagekraft des EZB-Stresstests anzumelden, halte ich für unbegründet. Beispiel Italien: Erst über den Stresstest wurde die Höhe der Non Performing Loans (NPL) transparent. Allein durch die Analyse der EZB sind die NPL jedoch noch nicht verschwunden.

Fakt ist: Der Stresstest hat gezeigt, dass die meisten Banken gut kapitalisiert sind und auch in einem sehr ungünstigen konjunkturellen Umfeld bestehen können. Insgesamt ist das Finanzsystem durch die verschärfte Regulierung mit ihren hohen Kapitalanforderungen deutlich stabiler geworden. Dass Banken für den Stressfall gut gerüstet sind, heißt aber nicht, dass eine Rezession gänzlich ohne Auswirkungen auf die Ertragslage bleibt."
 

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