Griechenland - Forderungen

3. Juni 2015

„Die Gläubigerstaaten bieten Griechenland weiterhin belastbare Brücken an, damit das Land in der Währungsunion bleiben kann. Es liegt nun in der Verantwortung der griechischen Regierung, ob die Verhandlungen über die Auszahlung weiterer Hilfsgelder erfolgreich abgeschlossen werden können. Die Gläubiger können nur dann finanzielle Mittel freigeben, wenn es verlässliche Aussichten gibt, dass diese nicht in ein Fass ohne Boden fließen. Die Regierung in Athen muss daher endlich die wirtschaftlichen Realitäten erkennen: Umfassende Reformen des überbordenden Staatswesens und bessere Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliches Handeln sind im Interesse des gesamten Landes.

Ein Zahlungsausfall Griechenlands könnte die Finanzmärkte zwar kurzfristig belasten, die zu Beginn der Staatsschuldenkrise noch möglichen Ansteckungseffekte auf andere Euro-Staaten sind heute aber nicht mehr zu befürchten. Neben den zahlreichen institutionellen Verbesserungen im Euro-Raum, wie zum Beispiel dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), liegt dies auch daran, dass die übrigen Euro-Staaten, die finanzielle Hilfen erhalten haben, überzeugende Wirtschaftsreformen umgesetzt haben. In diesen Ländern zieht die Konjunktur inzwischen wieder an und die Arbeitslosigkeit sinkt.

Zudem dürften die unmittelbaren Folgen eines griechischen Zahlungsausfalls für den Bankensektor in den übrigen Euro-Staaten überschaubar sein. Das Engagement deutscher Banken in Griechenland ist gering. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Zahlungen der Bundesrepublik im Rahmen des ersten Hilfspakets für Griechenland über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgewickelt wurden. Dies Hilfszahlungen im Höhe von gut 15 Mrd. € werden in der offiziellen Statistik als Forderungen deutscher Banken verbucht, sind materiell aber Forderungen der Bundesrepublik Deutschland.“
Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes

Forderungen der deutschen Banken (einschl. Auslandsfilialen und -töchter) gegenüber Griechenland: 19,067 Mrd. €

(Stand:  Februar 2015)

davon: ggü Banken 201 Mio. €
ggü. Unternehmen u. Privatpers.  3,652 Mrd. €
ggü. öffentl. Haushalten 15,214 Mrd. €

Hinweis: Die Forderungen gegenüber den öffentlichen Haushalten in Griechenland werden fast ausschließlich von der KfW gehalten (gut 15 Mrd. €). Sie sind die Hilfsgelder der Bundesrepublik aus dem ersten Hilfspaket für Griechenland. Diese Zahlungen wurden über die KfW abgewickelt, da es damals den EFSF (inzwischen ESM) noch nicht gab. Materiell sind diese 15 Mrd. € also Forderungen der Bundesrepublik Deutschland gegenüber dem griechischen Staat.

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