Kemmer zur Situation im italienischen Bankensektor

14. Juli 2016

Der italienische Bankensektor steht derzeit im besonderen Fokus der Finanzmärkte, der Aufsicht und der (Finanz-)Politik. Droht eine neue Bankenkrise in Europa? Dazu erklärt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes:

"Der italienische Bankensektor kämpft seit längerem mit einem hohen Anteil an ausfallgefährdeten Krediten, den sogenannten Non Performing Loans. Der deutsche Bankenmarkt ist von den Problemen nicht betroffen, es bestehen keine Ansteckungsgefahren. So liegt der Anteil an Non Performing Loans in Deutschland bei gerade einmal 3,3 Prozent. Zum Vergleich: In Italien sind es 18,1 Prozent.

Die Gefahr einer neuen Finanzkrise besteht in Europa nicht. Die Schwierigkeiten italienischer Banken können in Italien gelöst werden. Als Lösung stehen nicht zuletzt die Instrumente der Abwicklungsrichtlinie zur Verfügung. Insbesondere die hierin vorgesehene Gläubigerbeteiligung und der Abwicklungsfonds sind sachgerechte Antworten, um mögliche Gefahren für die Finanzmarkstabilität abzuwenden. Der Einsatz von öffentlichen Geldern darf auch weiterhin nur die Ausnahme zur Abwehr von systemischen Krisen und nicht die Regel sein. Zudem muss er zwingend im Einklang mit dem EU-Beihilferecht erfolgen. Dies gilt im Übrigen unterschiedslos für alle Banken in Europa."

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