Ossig: Bankenverband sieht sich in der Kritik an Basel IV bestätigt

5. August 2019

„Die Auswirkungen der signifikant steigende Kapitalanforderungen durch Basel IV dürfen nicht unterschätzt werden“, sagte Christian Ossig Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, anlässlich der Veröffentlichung der Empfehlungen der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA zur Umsetzung von Basel IV. „Die neuen Kapitalanforderungen treffen die europäische Wirtschaft in einem Moment äußerster Unsicherheit. Wenn die Banken gezwungen werden, ihre Kreditvergabe einzuschränken, sind negative Folgen unausweichlich.“ Betroffen sei vor allem die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen  und die langfristige Immobilienfinanzierung.

„Es ist überraschend, dass die deutlich höheren Kapitalanforderungen als gewünschter Nebeneffekt verharmlost werden“, so Ossig. Der Baseler Ausschuss und die europäischen Finanzminister hätten stets betont, dass mit den neuen Regeln keine Steigerung der Kapitalanforderungen einhergehe. „Diese Maßgabe wird klar verfehlt. Nach Berechnung der EBA müssen die europäischen Banken von einem zusätzlichen Kapitalbedarf von 135 Milliarden Euro ausgehen. Dies entspricht einer Erhöhung um 24 Prozent. In Wirklichkeit dürfte der Betrag noch deutlich höher liegen. Das gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand in Europa. 

Die Banken werden sich an die neuen Rahmenbedingungen zwar anpassen, diese regulatorisch ausgelösten Veränderungen des Geschäftsmodells senken jedoch typischerweise die Rentabilität der Banken und wirken damit nicht zwingend finanzstabilitätsfördernd. Gerade in einem Umfeld scharfen Wettbewerbs. Europa braucht jedoch einen stabilen und starken Bankensektor. Regulierungsmaßnahmen sollten daher nicht nur für sich betrachtet werden. Die Belastungen der Banken sind durch zahlreiche Regulierungsmaßnahmen zuletzt bereits erheblich gestiegen.“

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