Peters: Nettokäufe einzustellen war überfällig

13. Dezember 2018

„Die Entscheidung der EZB, die Nettokäufe zum Jahresende endgültig einzustellen, war überfällig“, sagte Bankenpräsident Hans-Walter Peters zur heutigen Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB).

„Leider bremst die EZB damit ihren geldpolitischen Krisenmodus nur, stoppt ihn aber nicht. Sie verhält sich nach wie vor zu zögerlich. Die europäischen Währungshüter sollten deshalb zügig nachlegen und zeitnah einen Fahrplan für das Ende der Negativzinsen präsentieren. Denn: Der negative Einlagezins der EZB birgt im besonderen Maße Risiken, insbesondere verzerrte Risikopreise und fehlgelenkte Investitionen. Zudem behindert er substanziell alle Bestrebungen, die Bankbilanzen zu stärken. Für die Banken im Euroraum wirken die Negativzinsen wie eine Sondersteuer, die sie bereits mit rund 20 Milliarden Euro belastet haben.

Die Sorge, dass ein Ende der Negativzinspolitik die langfristigen Zinsen im Euroraum kräftig nach oben treiben könnte, teile ich nicht. Wenn die EZB deutlich macht, dass das Ende der Minuszinsen zum Ausstieg aus dem geldpolitischen Krisenmodus gehört, dann sollten die Kapitalmarktzinsen nur geringfügig reagieren. Das gilt erst recht, wenn man die langfristig weiterhin moderaten Inflationsperspektiven bedenkt. Der Ausstieg aus den Negativzinsen wäre daher auf keinen Fall der Startschuss zu einem kontinuierlichen Zinserhöhungszyklus.“

Diese Webseite nutzt Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.