Peters: EZB-Maßnahmen beruhen auf falschen Erwartungen

12. September 2019

„Das aktuelle Maßnahmenbündel der EZB beruht auf falschen Erwartungen“, sagte Bankenpräsident Hans-Walter Peters. „Es ist ein Irrglaube, in der derzeitig hochgradig labilen weltwirtschaftlichen Lage Nachfrage und Investitionen mit noch tieferen Minuszinsen und noch üppigerer Liquidität anheizen zu wollen. Die EZB erinnert an einen Autofahrer, der in einer Sackgasse die Geschwindigkeit weiter erhöht.

Deflationsgefahren sind im Euroraum weit und breit nicht zu erkennen; auch die aktuelle wirtschaftliche Schwächephase rechtfertigt kein weiteres geldpolitisches Notprogramm. Mehr noch: Mögliche Abwertungseffekte für den Euro, die mit der heutigen Entscheidung einhergehen und die Wirtschaft beleben könnten, sind angesichts der globalen Handelskonflikte vergiftet. Denn damit steigt erheblich die Wahrscheinlichkeit ähnlicher Zinssenkungen in anderen Wirtschaftsräumen und das könnte eine Abwertungsspirale in Gang setzen, die niemand wollen kann.

Überfällig war, dass die EZB nun endlich für ihren negativen Einlagesatz einen Staffelzins einführt. So können die enormen Belastungen gerade jener Geschäftsbanken, die ein hohes Vertrauen der Sparer genießen, etwas reduziert werden. Doch dieser positive Schritt wird durch die noch weiter gesenkten Negativzinsen und die zusätzliche Liquiditätsspritze zu einem großen Teil konterkariert.“

Drei aktuelle Fragen an Bankenpräsident Hans-Walter Peters in unserem Blog.

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