Finanzchat zu Geldanlage und Vermögen

Experte: Bernd Klein
Partner: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Bertl

Ich spiele mit dem Gedanken, ETFs zu kaufen da sie eigentlich einen guten Ruf haben. Das Angebot ist aber da riesig. Ohne Finanzkenntnisse wir es da sehr schwer. Ich möchte auch ein möglichst niedriges Risiko! Würden sie mir dazu raten u. wenn ja zu welchen ETF's?

Bernd Klein

Hallo Bertl, im Rahmen dieses Chats ist es nicht sehr einfach, genau und ausführlich auf Ihre Situation und das Thema ETF´s einzugehen. Gehen Sie Ihre Herausforderung treppenartig an. Sie machen es in Eigenregie oder mit Hilfe Ihres Bankberater. Die Aneignung eines Basiswissen im Bereich Kapital- und Aktienmärkte ist Grundvoraussetzung für die Eigenregie. Machen Sie sich die Unterschiede von Fonds und ETF´s präsent. Beides hat heute und auch zukünftig seine Daseinsberechtigung. ETF´s sind in allerlei Munde, weil Sie günstig und transparent sind. Je nachdem in welche ETF´s sie investieren, verschont sie das auch nicht vor größeren Kursschwankungen oder gar Verlusten. Sich dort einzuarbeiten und zu vergleichen ist sehr zeitintensiv. Damit Sie ein Gefühl für dieses Geschäft/Anlagen/mögliche Strategien bekommen, empfehle ich Ihnen ein Gespräch mit Ihrer Hausbank und zum Vergleich ein oder zwei weitere Gespräche bei einem anderen Institut. Ein solide und umfangreiche Risikoaufklärung erhalten Sie auf diese Weise auch kostenlos. Nutzen Sie die freie Zeit um die Weihnachtstage zum Besuch bei der ein oder anderen Bank. Ihre investierte Zeit wird in der Regel mittel- bis langfristig honoriert. Viel Erfolg und eine schöne Adventszeit. Ihr Bankenverband.

Sparer(60 Jahre)

Lieber Experte, ich möchte in ETF's sparen. Meine Hausbank gibt keine Empfehlung. Sie empfiehlt nur ihre eigene Fonds (mit entsprechendem Ausgabeaufschlag und evtl. Depotgebühr). Können Sie mir eine Bank empfehlen, wo ich in ETF's sparen kann (regelmäßig und mit Einmalbeiträgen) ? Welche Mindestgrößen sind relevant, damit Ertrag und Kosten für mich sinnvoll sind ? Sind z.B. 100 EURp.M. bei der National-Bank in Essen für mich bzw. meinen Enkel bei einer Laufzeit von 10 - 15 Jahren möglich und welche Kosten (Transaktionskosten und Depotgebühr) entstehen ? Vielen Dank.

Bernd Klein

Hallo lieber Sparer, Sie entwickeln sich vom Sparer zum Anleger. Grundsätzlich ist die monatliche Investition in ETF´s und oder Aktienfonds unter langfristigen renditeorientierten Gesichtspunkten sehr sinnvoll. Ihre größte Herausforderung wird sein, das richtige Institut/Partner für Ihr Vorhaben zu finden. Ob Sie bei einer klassischen Filialbank fündig werden, da hilft nur vergleichen (Onlineauftritt der Bank oder vor Ort in der Filiale). Bei den gängigen Onlinebanken wie Diba, Consors, Comdirect werden Sie auf jeden Fall fündig. Auf einfache Art und Weise können Sie dort depotentgeltfrei und transaktionskostenarm ratierlich in ETF´s investieren. Denken Sie bitte auch daran, dass ETF´s nicht die Patentlösung sind. In der ein oder anderen Filialbank werden auch erstklassische Aktienfonds unterschiedlicher Emittenten angeboten . Auch ohne jährliche Depotgebühr und mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. Ich weiß, dass das Suchen und Vergleichen mühsam sein kann. Es lohnt sich aber! Viel Erfolg.

Hajue1954

Ich möchte eine Summe von 50000,00 € für 12Monate oder auch länger anlegen!

Bernd Klein

Hallo Hajue, siehe Antwort gemäß Ihrer Erstanfrage . Hat mich gefreut, alles Gute und viele Grüße.

christel silbersiepe

Ich bekomme im Januar 2018 eine Einmalzahlung (Rentenversicherung) von 150.000 € ausgezahlt. Bin 65 Jahre alt, war selbstständig und bekomme somit nur eine sehr geringe Rente. Eine monatliche Auszahlung möchte ich nicht , weil ich denke mit dem Betrag gewinnbringender umgehen zu können. Ich bitte Sie um Information über sinnvolle Alternativen.

Bernd Klein

Hallo Christel, herzlichen Glückwunsch zum wohlverdienten Ruhestand. Um eine konkrete zielgerichtete Lösung auf Ihre Situation aufzeigen zu können sind viele Faktoren mit einzubeziehen. In der Beratung mit dem Banker Ihres Vertrauens werden Sie sich mit dem Thema Risikobereitschaft, Ihre Kenntnisse und Erfahrungen in Wertpapieren, Anlagehorizont, Ziele und Wünsche auseinander setzen. Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit Ihrem Berater vor, um gemeinsam einen roten Faden/Strategie zu entwickeln. Eine Mischung aus unterschiedlichen Anlagen mit verschiedenen Laufzeiten und unterschiedlichen Risikoklassen ist anzustreben. Etappenweiser Einstieg in die Kapital- und Aktienmärkte ist empfehlenswert, weil die Märkte in einem fortgeschrittenen Stadium sind. Nichtsdestotrotz ist eine Anlage mit z. Bsp. 50.000,- Euro in eine Versicherung als Kapitalanlage mit Kapitalauszahlung unter Sicherheitsaspekten zu überdenken. Streuung auf unterschiedliche Töpfe ist sehr sehr wichtig, um auch in unruhigen Zeiten gut schlafen zu können. Denken Sie bitte daran, dass die Börse keine Einbahnstraße ist. Viel Erfolg!!

Hajue1954

Ich möchte eine Summe von 50000,00€ für 12Monate anlegen.

Bernd Klein

Guten Tag Hajue, mit Ihrer überschaubaren Frage kann ich Ihre Intention nur vermuten. Wenn Sie in genau 12 Monaten mit diesem Gegenwert ein konkretes Vorhaben (Darlehenstilgung, Autokauf, Modernisierung, Hauskauf oder ähnliches) umsetzen möchten bleibt unter Risikogesichtspunkten nicht viel an Möglichkeiten übrig. So ist nur das niedrigverzinsliche Termingeld/Tagesgeld/Sparbrief (0,01 bis zu 0,30% p.a.) die vernünftige Lösung, um nicht in 12 Monaten ein Überraschung zu erleben. Wenn die 12 Monate Anlagedauer nur aus Sicherheit genannt worden sind um zu schauen was sich dann an den Kapital- und Aktienmärkten getan hat werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht. Die Niedrigzinsphase wird uns noch viele Jahre begleiten. In dem Fall überdenken Sie eine Aufteilung Ihres Geldes und beraten sich zusammen mit dem Banker Ihres Vertrauens und holen sich eine Zweitmeinung ein. Viel Erfolg.

Bobby_7

Ich möchte ab 01.05.2018 eine Summe von ca. 100 000 € für ggf. auch einen längeren Zeitraum (z. B. 5 Jahre) sinnvoll und ohne Risiko anlegen.

Bernd Klein

Guten Tag Bobby, vielen Dank für Ihre Frage. Ich habe kurze Zeit überlegen müssen, wie ich auf Ihre Frage mit einem Ergebnis antworte, obwohl Berater aus dem Finanzgewerbe jeden Tag mit dieser Frage konfrontiert werden. Sicherheit geht vor Rendite. Ohne weitere Hintergrundinformationen ihrerseits kann ich Ihnen nur einen Rahmen aufzeigen, den sie weiter verfolgen können. Wie Sie sicherlich bereits festgestellt haben, wird sich an dem aktuellen Niedrigzinsumfeld in den nächsten Jahren nichts ändern. Mit sicheren stabilen garantierten Anlagen wie Termingelder/Sparbriefe ist es und wird es zukünftig herausfordernd positive Erträge zu erwirtschaften, sprich nach Kosten, Inflation und Steuer. Möglichkeit 1: Selbstverständlich können Sie es sich einfach machen und schauen sich über das ein oder andere Vergleichsportal im Netz die Termingeld/Sparbriefkonditionen von Filialbanken/Direktbanken an. Es gibt sie noch, die für ein Anlagehorizont von 5 Jahren Erträge von 1% p.a. und vielleicht etwas mehr anbieten. In diesem Fall haben Sie für sich bereits entschieden, einen Kaufkraftverlust zu akzeptieren. Das ist der Preis, den Sie bezahlen, wenn die Sicherheit (gesetzliche Einlagensicherung 100.000) für Sie oberste Priorität hat. Möglichkeit 2: Sie stellen sich der Herausforderung und überdenken eine Aufteilung/Streuung der 100.000,- Euro in Form eines Kuchendiagramms unter Berücksichtigung ihrer bereits vorhandenen Geldanlagen. Angedacht ist jetzt nicht eine Aktien-/Aktienfondsquote von 0 auf 100%. Halten Sie an ihrem konservativen Grundgedanken im großen und ganzem fest und nehmen zum Beispiel 1/3 bis zur Hälfte vom Gesamtgegenwert 100.000,- und teilen das auf einen guten Mischfonds und den ein oder anderen Aktienfonds/ETF auf, die ihren Schwerpunkt auf Deutschland, Europa und Weltweit haben. Grundvoraussetzung für die Kapital- und Aktienmärkte ist ein Anlagehorizont größer 5 Jahre, je nachdem wie die Märkte im Mai 2018 stehen, empfiehlt sich auch eine Investition in 2 Etappen. Bis zum 01.05.2018 haben Sie ja noch ausreichend Zeit, das ein oder andere Gespräch mit Ihrem Anlageberater zu führen. Holen Sie sich auch mal eine Zweitmeinung von einem anderen Institut ein. So bekommen Sie ein besseres Gefühl für das Thema Risikoeinschätzung/Kursschwankungen/Verlusttragfähigkeit und können das Preis-/Leistungsverhältnis besser einschätzen. Achten Sie auf das Thema Gebühren, ein Entgegen kommen bei der Depotgebühr und den Ausgabeaufschlägen ist oftmals möglich, einfach fragen und hartnäckig sein. Die Erfahrung zeigt, dass bei gleichem Anliegen unterschiedliche Ergebnisse heraus kommen können. Ich hoffe, Ihnen damit ein wenig weitergeholfen zu haben und drücke Ihnen die Daumen. Ihr Bankenverband.

Experte

Bernd Klein

für den Bankenverband 

Hinweise zum Finanzchat

Der Bankenverband erbringt im Rahmen dieser Aktion keine Anlageberatung. Er äußert sich daher auch in keiner Weise zu einzelnen Finanzinstrumenten. Bitte sprechen Sie hierfür die Anlageberater Ihrer Hausbank an. Außerdem möchten wir Sie auf die rechtlichen Bedingungen zu unserem Finanzchat hinweisen. Damit der Austausch sachlich und angenehm bleibt, bitten wir Sie zudem, die Spielregeln des Bankenverbands zu beachten.

Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen!

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