Finanzchat zu Geldanlage und Vermögen

Experte: Thomas Weber
Partner: Nürnberger Nachrichten

Hubert

Hallo Herr Weber, ich habe meine Ersparnisse zu großen Teilen in klassischen Investmentfonds mit Aktien- und Rentenanteil angelegt und stelle mir die Frage, ob es sinnvoll wäre, zumindest teilweise in Indexfonds oder ETFs anzulegen. Dazu würde mich Ihre Meinung interessieren, was Risiko und Kosten (Gebühren) angeht.

Thomas Weber

Guten Abend, diese Frage ist absolut gerechtfertigt, danke dafür. Wenn Sie in ETFs investieren möchten, legen Sie sich immer vorab fest, in welchen Markt Sie investieren. Reine Aktien-ETFs sind mit aktiv gemanagten Aktienfonds vom Risiko her eher vergleichbar. Die Kosten sind bei ETFs eigentlich immer günstiger. Sie sollten sich vor Investition in ETFs schon einige Dinge klären: Sythetisch oder nicht, welche Asset Allocation, welche Märkte (Renten, Aktien, Rohstoffe...), wie gehandelt (werden immer Kurse gestellt, evtl. mit Limit ordern). Die ETFs bleiben Sie immer voll im Markt investiert, aktiv gemanagte Fonds können die Aktiengewichtung und damit das Risiko durchaus senken. In der Summe würde ich sagen, dass es die Mischung macht. Es gibt sehr gute und über viele Jahre erfolgreiche aktiv gemanagte Fonds. Da sind höhere Kosten auch mal gerechtfertigt. Eine gute Übersicht bieten Tests in verschiedenen Zeitschriften. Auch können Sie im Internet konkrete Performance-Vergleiche anstellen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg. Gerne fragen Sie auch den Bankberater Ihres Vertrauens.

Josef W.

Hallo H. Weber. Wegen der niedrigen Euro-Zinsen trage mich mit dem Gedanken einen Teilbetrag meiner Ersparnisse (max. 40 000 Euro) bei einer deutschen onlinebank in US$ als Festgeld z. B. für 3 Jahre anzulegen. Klar wird das Geld zum Wechselkurs in Dollars umgerechnet und am Ende auch wieder in Euro. Wie schätzen sie das Wechselkursrisiko für diesen Zeitraum für einen Kleinsparer ein bzw. was muß man sonst bei der Geldanlage beachten daß möglichst kein Verlust entsteht. Vielen Dank für ihren Rat.

Thomas Weber

Vielen Dank für Ihre Frage. Wenn Sie in Währungen investieren, sollte das immer nur einen Teilbetrag Ihres Ersparten ausmachen. Bitte denken Sie an einen längerfristigen Anlagehorizont von mindestens 5 Jahren (beser länger). Die Schwankungen in der Währung werden erfahrungsgemäß höher sein, als der Zinsvorteil sein wird. Das heißt, dass der Währungsverlust im negativen Fall deutlich mehr ausmachen kann als der Zinsvorteil. Ein Währungsabsicherung würde auch nichts bringen, da Absicherungskosten in Höhe des Zinsvorteils anfallen würden. Für den von Ihnen genannten Anlagehorizont von 3 Jahren ist eine Anlage in Währung nicht geeignet.

Beutel

Hallo, gibt es mittlerweile schon aussagekräftige Testergebnisse zum Thema Robo-Advisors? Dank und Gruß

Thomas Weber

Danke für die Frage. Es ist insgesamt noch ein recht junges Thema, daher fehlen aussagekräftige historische Zahlen über einen längeren Zeitraum. Das Problem liegt an der Vergleichbarkeit: Grundsätzlich entscheidend ist der Risikotyp verbunden mit einem individuellen Anlagehorizont. Ein Vergleich wird daher immer recht schwierig sein.

Rentner64

Ich bin seit einem Jahr Rentner, habe eine ausreichende Rente und eine kleine zusätzliche Firmenrente. Jetzt werden die Vorsorgen die ich im Laufe meines Berufslebens getroffen habe fällig und es stehen große Einmalzahlungen aus verschiedenen Versicherungen an. Ich bin schuldenfrei, kinderlos und wohne im eigenen Haus. Ich suche nach Anlagemöglichkeiten die keine größeren Risiken haben. Mir wäre eine kleine sichere Rendite lieber als die Aussicht auf großen Zuwachs mit entsprechendem Risiko des Wertverlustes. Das Thema Tagesgeldkonten ist bereits ausgeschöpft. Aufgrund meines Alters möchte ich meinen Anlagehorizont auf 2 - 3 Jahre begrenzen. Können Sie mir helfen?

Thomas Weber

Herzlichen Glückwunsch zu Ihren Ersparnissen. Bei einem kurzfristigen Anlagehorizont sollten Sie auf der sicheren Seite anlegen. Bitte überlegen Sie, ob Sie wirklich alles Geld in 3 Jahren wieder benötigen und teilen eventuell die Gelder auf. Ganz wichtig wird die Streuung bleiben. Da es auf der sicheren Seite im Euro so gut wie keine Zinsen gibt, werden Realverluste nach Inflation auftreten. Um das zu vermeiden, können Sie über verschiedene Anlageklassen mit niedrigeren Risikoklassen nachdenken, dies allerdings nur für Gelder ab 5 Jahren Anlagehorizont. Dann könnten z. B. offene Immobilienfonds, Rentenpapiere oder auch Multi-Asset-Fonds (die in geringem Umfang Aktien beimischen können) durchaus interessant sein. Gerne lassen Sie sich dann von einem Anlageberater Ihres Vertrauens unterstützen und beraten.

Experte

Thomas Weber

für den Bankenverband 

Hinweise zum Finanzchat

Der Bankenverband erbringt im Rahmen dieser Aktion keine Anlageberatung. Er äußert sich daher auch in keiner Weise zu einzelnen Finanzinstrumenten. Bitte sprechen Sie hierfür die Anlageberater Ihrer Hausbank an. Außerdem möchten wir Sie auf die rechtlichen Bedingungen zu unserem Finanzchat hinweisen. Damit der Austausch sachlich und angenehm bleibt, bitten wir Sie zudem, die Spielregeln des Bankenverbands zu beachten.

Wir freuen uns auf den Dialog mit Ihnen!

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