Geldanlage auf Bankkonten

Wer sein Geld bei einer Bank anlegen möchte, denkt vielleicht zunächst an ein Sparkonto. Es gibt aber auch Tages- oder Festgeldkonten. Und bei allen Bankeinlagen sollte man über die Einlagensicherung Bescheid wissen.

Basiswissen Geldanlage auf Bankkonten

Das Kerngeschäft einer Universalbank besteht aus dem Einlagengeschäft und dem Kreditgeschäft sowie Zahlungsverkehrsleistungen. Über Einlagen beschaffen sich Banken einen Großteil der Gelder, die sie als Kredit vergeben können.

Einlagengeschäft

Einlagen sind die Gelder, die eine Bank bekommt, um sie zu verwahren. Dies sind Gelder,die bei der Bank angelegt werden, mit denen sie aber – gegen Zahlung von Habenzinsen oder durch eine anderweitige Gegenleistung – auch „arbeiten" kann. Man unterscheidetSicht-, Termin- und Spareinlagen: 

Sichteinlagen sind Guthaben der Einleger auf ihren Girokonten. Sichteinlagen sind ohne vorherige Kündigung täglich fällig. Der Bankkunde kann also jederzeit über sie verfügen. Sichteinlagen dienen in erster Linie der Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. 

Termineinlagen sind Einlagen, die den Kreditinstituten meist in größeren Beträgen (etwa ab 5.000 €) für einen bestimmten Zeitraum (mindestens 30 Tage) zur Verfügung gestellt werden. Die Bank kann also besser mit diesem Geld planen. Als Gegenleistung bekommt der Kunde mehr Zinsen als bei Sichteinlagen, die er jederzeit zurückfordern kann. 

Spareinlagen sind Einlagen auf Sparkonten. Sie dienen der Ansammlung von Vermögen und sind durch Ausfertigung einer Urkunde, zum Beispiel eines Sparbuchs, gekennzeichnet. Spareinlagen dürfen nicht zur Verwendung im Geschäftsbetrieb oder für den Zahlungsverkehr bestimmt und auch nicht von vornherein befristet sein. Im Unterschied zu Termineinlagen werden Spareinlagen von den Kreditinstituten auch in kleinsten Beträgen entgegengenommen.

Einlagensicherung

In Deutschland sind die Einlagen von Kunden bei Banken und anderen Instituten umfangreich geschützt. Die privaten Banken unterhalten dazu den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken, er schützt alle Einlagen von Nichtbanken bis zur Höhe von 20 % des maßgeblichen Eigenkapitals der Bank je Einleger (zum 1. Januar 2020: 15 Prozent) . 

Sparkassen und Landesbanken betreiben eine Institutssicherung über 13 Sicherungseinrichtungen als Haftungsverbund in unbegrenzter Höhe hinsichtlich Einlagen und Inhaberschuldverschreibungen aller Personenkreise. Die Volksbanken organisieren ihre Institutssicherung durch die BVR-Sicherungseinrichtung über Garantiefonds und einen Garantieverbund in unbegrenzter Höhe hinsichtlich Einlagen und Inhaberschuldverschreibungen aller Personenkreise.

Sparbuch

Das Sparbuch ist sicherlich die älteste und bekannteste Form der Geldanlage. Das Guthaben auf dem Sparkonto wird regelmäßig verzinst. Allerdings hat die Bedeutung des klassischen Sparbuchs mit gesetzlicher Kündigungsfrist in Zeiten des niedrigen Zinsniveaus an Bedeutung verloren. Alternativen zum klassischen Sparbuch sind für den sicherheitsorientierten Anleger die verschiedenen Sondersparformen mit ganz unterschiedlichen Bonusleistungen der Banken oder auch die Anlage auf Festgeld- und Tagesgeldkonten. Beim Vergleich der unterschiedlichen Angebote sollte auch die Einlagensicherung des jeweiligen Kreditinstituts berücksichtigt werden.

Von einem Sparkonto mit gesetzlicher, also dreimonatiger, Kündigungsfrist können innerhalb eines Kalendermonats ohne Kündigung bis zu 2.000 Euro abgehoben werden. Wer kurzfristig mehr Geld benötigt, muss auf den darüber hinausgehenden Betrag Vorschusszinsen an die Bank zahlen.

Zinsen aus dem vergangenen Jahr, die bis Ende Februar des aktuellen Jahres nicht abgehoben sind, werden dem Sparkapital zugeschlagen. Sparbuchbesitzer können also bis Ende Februar zusätzlich zu den 2.000 Euro die für das vergangene Jahr gutgeschriebenen Zinsen schadlos abheben.

Bei Sparkonten mit einer vereinbarten Kündigungsfrist kann der Anleger frühestens sechs Monate nach der Einzahlung des Sparbetrags von seinem Kündigungsrecht Gebrauch machen. Auch hier gilt: Wer will, kann auch früher über sein Geld verfügen, muss allerdings eine Kürzung der vereinbarten Zinsen um einen Vorschusszins in Kauf nehmen.

Sparplan

Wer regelmäßig einen festen Betrag anlegen will, findet bei Banken ein unterschiedliches Angebot an Sparplänen. In klassische Banksparpläne zahlt der Kunde monatlich eine feste Summe für eine bestimmte Zeit ein. Am Ende der vereinbarten Laufzeit gibt es von der Bank zusätzlich zur Sparsumme und zu den Zinsen häufig noch einen Bonus.

Zahlreiche Banken bieten diese Sparprodukte unter Bezeichnungen wie zum Beispiel „Plus“-, „Bonus“-, „Festzins“-, „Wachstums“- oder „Extra“-Sparen an.

Dabei zahlt der Anleger über einen festgelegten Zeitraum eine regelmäßige Sparrate ein.

Sparbrief

Sparbriefe sind etwas für Anleger, die eine sichere und festverzinsliche Geldanlage suchen. Beim Sparbrief bleibt die Verzinsung während der gesamten Laufzeit fest. Veränderungen im Zinsniveau werden nur bei der Ausgabe neuer Papiere berücksichtigt. Daneben werden aber auch Sparbriefe mit einer Zinsstaffelung angeboten. Je länger der Anleger sein Geld festlegt, desto höher ist in der Regel die Verzinsung.

Nach der Art der Verzinsung können drei verschiedene Typen von Sparbriefen unterschieden werden: Beim Normaltyp werden die Zinsen jährlich oder halbjährlich ausgezahlt. Der Anleger zahlt beim Kauf des Briefs den vollen Nennwert, der auf der Urkunde aufgedruckt ist.

Beim Abzinsungstyp werden die anfallenden Zinsen und Zinseszinsen bereits vom Kaufpreis, das heißt vom Nominalbetrag, abgezogen. Nach Ablauf der Festlegungsfrist wird der Nominalbetrag ausgezahlt. Beim Aufzinsungstyp werden die Zinsen dem Ausgabebetrag, der dem Nennbetrag entspricht, zugerechnet, mitverzinst und bei Fälligkeit mit ausgezahlt. Dieser Typ hat den Vorteil der sofortigen vollen Wiederanlage der Zinsen zum gleichen Zinssatz. Zins und Zinseszins bringen hier eine höhere Rendite.

Sparbriefe werden meist zu einem Nennbetrag von 50 Euro oder einem Vielfachen ausgegeben. Die Laufzeit beträgt in der Regel vier Jahre. Es gibt aber auch Angebote mit längerer oder kürzerer Laufzeit. Sie können – abgesehen von Briefen mit gestaffeltem Zins – nicht vorzeitig ausgezahlt werden.

Tagesgeld

Auf Tagesgeldkonten liegt Geld täglich verfügbar wie auf einem Girokonto, mit regelmäßigen Zinsen wie auf einem Sparbuch und zugleich rentabler als bei diesen beiden Varianten. Tagesgeldkonten bieten sich deshalb für das kurz- bis mittelfristige Parken von Geld an, etwa wenn eine Anlage fällig wird oder eine Rücklage für unvorhersehbare Zahlungen auf dem Konto stehen bleiben soll.

Nach Eröffnung eines Tagesgeldkontos kann der Anleger täglich Geld abbuchen oder einzahlen. Die Konditionen unterscheiden sich von Bank zu Bank. Der Anleger sollte aber auch hier die Einlagensicherung des Anbieters berücksichtigen. Die Verzinsung ist zumeist variabel und wird entsprechend der Marktlage – nach oben wie nach unten – angepasst.

Termin-/Festgeld

Termineinlagen sind Gelder, die für einen bestimmten Zeitraum (bis zu einem bestimmten Termin) angelegt werden. Sie werden auch als Festgelder bezeichnet, weil der Sparer sein Geld für einen Zeitraum von einem Monat bis zu vier Jahren fest anlegt. Während der Laufzeit ändert sich der Zins nicht. Kunden können mit ihren Banken für das Ende der Befristung eine stillschweigende Verlängerung oder die Rückzahlung der Festgeldanlage vereinbaren.

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Website: Hintergrund Finanzwissen/Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht