Geldanlage in Wertpapieren

Geldanlage kann auch bedeuten, es dem Staat zu leihen oder in ein Unternehmen zu investieren. Die Rede ist von Anleihen oder Aktien. Investmentfonds bieten zudem die Möglichkeit, auch kleinere Anlagebeträge auf viele dieser Wertpapiere zu verteilen.

Basiswissen Geldanlage in Wertpapieren

Vergleicht man Wertpapiere mit anderen Anlageformen wie Sparbuch, Tagesgeld oder Festgeld, so gibt es einen wesentlichen Unterschied: In der Regel werden Wertpapiere an der Börse gehandelt und unterliegen damit vielen Einflüssen, beispielsweise der Konjunktur, der Inflation oder schwankenden Währungskursen. Über einen längeren Zeitraum gesehen ist die Wertpapieranlage dadurch oftmals rentabler, zugleich ist sie auch risikoreicher. Daher sollte die Anlage in Wertpapieren immer Teil eines Gesamtkonzeptes sein, das auch andere Anlageformen umfasst.

Wer Wertpapiere über seine Bank kaufen möchte – für erfahrende Anleger gibt es daneben die Möglichkeit, eigenständig über Online Broker zu handeln –, vereinbart dazu ein Beratungsgespräch. Der Bankberater wird dabei neben den Anlagezielen auch zu bisherigen Erfahrungen mit Wertpapieren sowie den finanziellen Verhältnissen Fragen stellen. Nur auf Grundlage dieser Informationen kann er eine konkrete Anlageempfehlung abgeben.

Produktinformationsblätter

Um Kunden bei ihrer Entscheidung zu unterstützen, gibt die Bank ihnen verschiedene Informationen an die Hand, bei der Anlage in Wertpapieren unter anderen auch die so genannten Produktinformationsblätter. Darin werden wichtige Informationen zu einem Wertpapier knapp und verständlich auf wenigen Seiten aufgeführt. Neben Daten zur Produktbeschreibung, dem Preis und den Kurs- sowie Bonitätsrisiken enthält es auch die Kosten für das jeweilige Wertpapier.


Beratungsprotokoll

Nach Abschluss einer Anlageberatung erhalten Kunden ein Beratungsprotokoll. Es enthält Informationen über den Anlass der Beratung, die Dauer des Gesprächs, die persönliche Situation des Kunden, seine Wünsche sowie über alle von der Bank ausgesprochenen Empfehlungen. Kunden sollten im eigenen Interesse kritisch prüfen, ob das Protokoll den Inhalt des Beratungsgesprächs richtig wiedergibt. Wenn nicht, können sie widersprechen und um Berichtigung bitten. Grundsätzlich dient das Protokoll beiden Seiten als Erinnerungsstütze. Jeder Kunde kann so im Nachhinein erkennen, warum ihm ein bestimmtes Wertpapier empfohlen wurde. Zudem lässt sich leicht feststellen, ob ein empfohlenes Produkt auch den Anlagezielen des Kunden entspricht.

Anleihen

Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere, die auch als Rentenpapiere, Schuldverschreibungen oder Bonds bezeichnet werden. Sie haben eine feste oder variable Verzinsung sowie eine vorgegebene Laufzeit und Rückzahlungsform. Anleihen werden von öffentlichen Emittenten wie dem Bund, von Unternehmen und Kreditinstituten ausgegeben. Der Käufer einer Anleihe gewährt dem Emittenten quasi einen Kredit über einen vorher festgelegten Zeitraum. Die Laufzeiten reichen von einem Jahr bis zu 15 Jahren, einige laufen sogar noch länger.

Entscheidend ist bei Anleihen vor allem die Bonität des Emittenten, also seine Kreditwürdigkeit. Vor dem Kauf einer Anleihe sollte man sich darüber genau informieren. Grundsätzlich gilt: je höher der Zins oder die Rendite, desto größer das Risiko.

Bei Anleihen gibt es neben dem Zins eine weitere Ertragsquelle: Gewinnt die Anleihe während der Laufzeit an Wert, kann man beim Verkauf einen Gewinn erzielen. Viele Anleihen werden an der Börse notiert. Für die Kursentwicklung spielt auch die allgemeine Zinsentwicklung am Kapitalmarkt eine Rolle: Steigt der Marktzins, wird der Kurswert der Anleihe sinken, sinkt der Marktzins, steigt der Verkaufswert der Anleihe. Wie lässt sich dieser gegenläufige Zusammenhang erklären?

Wer eine Anleihe begibt und dabei den Zins (Kupon) festlegt, orientiert sich an den Zinsen für vergleichbare andere Anlagemöglichkeiten (Zinsniveau am Finanzmarkt). Andere Anbieter, die zu einem späteren Zeitpunkt eine Anleihe emittieren wollen, gehen ebenso vor und werden – da der Marktzins inzwischen zum Beispiel gesunken ist – einen niedrigeren Kupon anbieten.

Und nun kommen Angebot und Nachfrage ins Spiel, die auch an der Anleihebörse für den Preis bzw. Kurs maßgeblich sind: Wer ältere Anleihen kauft (Emission zu Zeiten allgemein höherer Zinsen), bekommt mehr Zinsen als für die neuere Emission im angenommenen Beispiel. Durch diesen Vorteil der „Altanleihe“ wird die Nachfrage danach steigen. An der Börse wird daraufhin der Kurs über 100 Prozent des Anleihe-Nennwertes steigen, den die Anleihe am Ende zurückzahlt. Wie gesagt: Allgemein sinkende Zinsen lassen den Kurs von Anleihen steigen – und umgekehrt.

Wer also Anleihen während der Laufzeit kauft oder verkauft, muss für die Berechnung der Rendite nicht nur den Kupon beachten, sondern auch den Kurs (ausgedrückt in Prozent des Nennwertes). Die Rendite nähert sich dabei dem jeweils aktuellen Marktzins an. Warten Anleger hingegen bis zum Ende der Laufzeit der Anleihe, spielen diese Kursbewegungen keine Rolle mehr. Der Rückzahlungsbetrag der Anleihe ist von Anfang an festgelegt – die Anleihe muss vom Emittenten zum Nennwert zurückgezahlt werden.

Bundeswertpapiere

Bei Anleihen, die zum Beispiel die Bundesrepublik Deutschland begibt, handelt es sich um Staatsanleihen oder auch öffentliche Anleihen. Sie werden über die Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur emittiert. Seit 2012 betreibt die Finanzagentur kein eigenes (neues) Privatkundengeschäft mehr. Privatanleger könnten weiterhin alle börsennotierten Bundeswertpapiere sowie unverzinslichen Schatzanweisungen über ihre Hausbank erwerben und dort in einem Depot verwahren. Für Bestandskunden der Finanzagentur werden alle bestehenden Einzelschuldbuchkonten bis zur Fälligkeit der darin verwalteten Bundeswertpapiere fortgeführt. Bundeswertpapiere für Privatanleger sind zum Beispiel:

  • Bundesanleihen: Sie nehmen eine zentrale Stellung am Kapitalmarkt ein. Die Konditionen der Bundesanleihen gelten als wichtiger Indikator für die Entwicklung des Zinsniveaus in Deutschland. Bundesanleihen werden vom Bund unregelmäßig, aber mehrmals pro Jahr ausgegeben. Sie sind mit einem festen Nominalzins ausgestattet, die Laufzeit beträgt zehn bzw. 30 Jahre. Da sie an der Börse gehandelt werden, sind bei einem Kauf/Verkauf während der Laufzeit auch gewisse Kursschwankungen zu beachten. Zum Ende der Laufzeit bekommt der Anleger aber den vollen Nennwert zurückgezahlt.
  • Bundesobligationen: Bundesobligationen werden vom Bund mit einer Laufzeit von fünf Jahren mit einem festen Nominalzins und variablen Ausgabekursen, die je nach Marktlage variieren, ausgegeben. Sie werden an der Börse gehandelt, können also während der Laufzeit zum aktuellen Kurswert gekauft bzw. verkauft werden. Kursschwankungen von Bundeswertpapieren sind dabei vergleichsweise gering. Die Rückzahlung erfolgt am Ende der Laufzeit immer zum Nennwert, also zu 100 Prozent.

 

Pfandbriefe

Pfandbriefe zählen wie Bundeswertpapiere zu den besonders sicheren festverzinslichen Wertpapieren, da sie im Insolvenzfall des Emittenten (Schuldners) nicht in die Insolvenzmasse fallen und durch erstrangige Hypotheken oder Kredite an den öffentlichen Sektor abgesichert sind. Seit Juli 2005 können Pfandbriefe von allen Banken, die eine entsprechende Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhalten haben, emittiert werden.

Die Laufzeit von Pfandbriefen kann oftmals bis zu zehn Jahren oder mehr betragen. Die Zinsen werden jährlich gutgeschrieben. Bei Fälligkeit, also zum Ende der Laufzeit, wird der Pfandbrief zum vollen Nennwert eingelöst. Während der Laufzeit können Pfandbriefe an der Börse zum aktuellen Kurs gekauft oder verkauft werden, falls sie dort notiert sind.

Aktien

Eine Aktie verbrieft einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft (AG). Der Aktionär wird somit Mitinhaber eines Unternehmens, das sich durch die Ausgabe von Aktien Eigenkapital beschafft.

Mit einer Aktie sind bestimmte Rechte verbunden, die durch das Aktiengesetz geschützt sind. Dies sind vor allem Vermögensrechte wie der Anspruch auf Gewinnausschüttung (Dividende) sowie Bezugsrechte bei Kapitalerhöhungen. Zudem ist der Aktionär berechtigt, in der Hauptversammlung des Unternehmens Auskünfte über die Geschäftsentwicklung zu verlangen sowie an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen. Diese Rechte kann er selbst wahrnehmen oder auf Bevollmächtigte übertragen.

Eine Investition in Aktien zählt zu den chancen-, aber auch risikoreicheren Formen der Geldanlage. Zum einen schwankt der Kurs an der Börse mitunter beträchtlich. Anleger sollten Zeit und auch eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen, um Kursschwankungen an der Börse aussitzen zu können. Zum anderen ist auch die Dividende nicht garantiert, diese kann geringer ausfallen als erwartet oder in schlechten Geschäftsjahren ganz ausgesetzt werden. Und es kann auch nicht ganz ausgeschlossen werden, dass eine Aktiengesellschaft insolvent wird – als Mitinhaber trägt der Aktionär das unternehmerische Risiko, kann also nicht unbedingt davon ausgehen, das eingesetzte Kapital zurückzuerhalten.

Mit einem ausgewogenen Aktiendepot, das Papiere verschiedener Unternehmen unterschiedlicher Branchen enthält, können Risiken gestreut werden. Für eine erfolgreiche Aktienanlage sind der richtige Zeitpunkt des Ein- und Ausstiegs entscheidend. Es gibt eine Reihe von Analysemethoden, die versuchen, einen „angemessenen“ Preis einer Aktie zu ermitteln, um auf diese Weise den besten Einstiegs- bzw. Ausstiegszeitpunkt zu finden. Dabei versucht man, möglichst viele Faktoren, die den Aktienkurs sowie die Marktentwicklung beeinflussen, zu berücksichtigen. Für den Anleger sind das Kurs-Gewinn-Verhältnis und auch die Dividendenrendite wichtige Kennzahlen für die Auswahl der Aktien.

Genussschein

Genussscheine verbriefen in der Regel Gewinnansprüche an einem Unternehmen, ohne dabei mit Stimmrechten verbunden zu sein. Die konkreten Vermögensrechte sind in den jeweiligen Bedingungen des Genussscheins genannt.

Je nach Ausgestaltung ähneln Genussscheine mehr einer Aktie oder einem festverzinslichen Wertpapier. So gibt es Papiere, die eine feste Verzinsung bieten oder auch solche, deren Ausschüttung von der Ertragslage des jeweiligen Emittenten abhängt. Dementsprechend unterscheiden sich auch die mit einer Anlage in Genussscheine verbundenen Risiken. Beispielsweise können Anleger an eventuell entstehenden Verlusten des jeweiligen Unternehmens beteiligt sein, indem der eingesetzte Betrag nur teilweise zurückgezahlt wird.

Investmentfonds

In einem Investmentfonds bündelt eine Kapitalanlagegesellschaft die Gelder vieler Anleger, die in Aktien, Anleihen oder andere Vermögenswerte, wie zum Beispiel Immobilien, investiert werden. Ein Anleger wird durch seinen Fondsanteil Miteigentümer des Fondsvermögens. Der Wert eines Anteils entspricht dem Gesamtvermögen des Fonds dividiert durch alle ausgegebenen Anteile.

Über einen Sparplan können Anleger Fondsanteile auch regelmäßig kaufen. So ist es zum Beispiel monatlich möglich, einen kleineren Geldbetrag in einen Investmentfonds zu investieren. Allerdings unterliegen Fonds je nach Ausrichtung und Marktentwicklung Wertschwankungen. Anleger müssen deshalb auch eine gewisse Risikobereitschaft und Zeit mitbringen, damit eventuelle Kurstiefs auch „ausgesessen“ werden können.

Welcher Fonds für Anleger der richtige ist, hängt unter anderem von dessen Ausrichtung und der eigenen Risikobereitschaft ab. Man sollte sich in jedem Fall darüber informieren, in welche Wertpapiere oder auch andere Anlagewerte der Fonds investiert. Hier helfen neben den Verkaufsunterlagen auch die Produktinformationsblätter, in denen alle wichtigen Informationen zu Produktbeschreibung, Chancen und Risiken sowie Kosten zusammengestellt sind.

Grundsätzlich lassen sich folgende Typen von Investmentfonds unterscheiden:
 

  • Aktienfonds: Aktienfonds legen das Kapital der Anleger überwiegend in in- oder auch ausländischen Aktien an. Breit streuende Aktienfonds investieren dabei in die so genannten Standardwerte hoher Qualität – auch Blue Chips genannt – von Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Bei spezialisierten Aktienfonds konzentriert sich der Fondsmanager dagegen auf Unternehmen einer bestimmten Region oder Branche wie z.B. Energie, Rohstoffe oder auch Biotechnologie. Durch die Konzentration auf eine Region oder Branche ist das Risiko allerdings größer als bei einem über verschiedene Wirtschaftszweige breit streuenden Aktienfonds. Aktienfonds tragen in der Regel zwar ein größeres Risiko als Renten- oder Immobilienfonds, bieten dafür langfristig aber auch größere Ertragschancen. Wichtig ist auch, dass Anleger genau wie bei einer Direktanlage in Aktien nur das Geld investieren, das nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird. Dann müssen Anteile nicht in schlechten Börsenphasen verkauft werden, sondern man kann warten, bis sich die Kurse wieder besser entwickeln.
  • Rentenfonds: Rentenfonds investieren vor allem in verzinsliche Wertpapiere, wie zum Beispiel Staatsanleihen, Kommunalobligationen, Pfandbriefe, Wandel- oder Unternehmensanleihen. Klassische Rentenfonds sorgen bei der Auswahl der Rentenpapiere für eine breite Auswahl mit Papieren unterschiedlicher Zinssätze und (Rest-) Laufzeiten. Dabei werden meist festverzinsliche Wertpapiere mit guter und sehr guter Bonität des Emittenten ausgewählt. Es gibt aber auch Fonds, die sich auf bestimmte Marktsegmente konzentrieren, beispielweise nur in kurz oder lang laufende Rentenpapiere investieren. Die wichtigste Ertragskomponente bei Rentenfonds sind Zinseinnahmen. Aber auch die Kursentwicklung sowie die Entwicklung der Wechselkurse spielen eine wichtige Rolle. Denn auch festverzinsliche Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Diese fallen bei einem Rentenfonds durch den Mix aus verschiedenen Wertpapieren aber in der Regel geringer aus als im Vergleich zu den Schwankungen der Einzelwerte.
  • Mischfonds: Mischfonds legen das vom Anleger eingezahlte Kapital sowohl in Aktien als auch in verzinslichen Wertpapieren an. Je nach Marktlage und entsprechend der jeweiligen Vertragsbedingungen können Mischfonds den Schwerpunkt zwischen den beiden Anlageformen variieren. Bestimmte Fonds dürfen bei ihrer Portfoliozusammensetzung auch Immobilienwerte einbeziehen.
  • Immobilienfonds: Offene Immobilienfonds legen ihre Mittel in überwiegend gewerblich genutzten Objekten an. Das Portfolio besteht in der Regel aus zahlreichen Grundstücken bzw. Immobilien. Ein bestimmter Anteil des Vermögens wird auch in verzinslichen Wertpapieren gehalten. Zu Erträgen können Miet- und Zinseinnahmen sowie die – in der Regel steuerfreien – Wertsteigerungen der Immobilien führen. Der im Vergleich zu Aktien- und Rentenfonds meist höhere einmalige Ausgabeaufschlag kann sich bei Immobilienfonds über eine längere Anlagedauer amortisieren.
  • Geldmarktfonds: Geldmarktfonds sind Investmentfonds, die das Kapital der Anleger auf dem Geldmarkt anlegen. Diese Anlagen dürfen eine (Rest-)Laufzeit von höchstens zwölf Monaten haben bzw. müssen ihre Verzinsung während der gesamten Laufzeit regelmäßig, mindestens aber einmal in zwölf Monaten, marktgerecht anpassen. Geldmarktfonds eignen sich zum Beispiel für das kurzfristige Parken von Geld, beispielsweise aus einer fälligen anderen Anlage.
  • Garantiefonds: Bei einem Garantiefonds wird dem Anleger die Rückzahlung seines Kapitals zu 100 Prozent oder zumindest einen bestimmten Prozentsatz garantiert. Garantiefonds haben eine feste Laufzeit, wobei die Garantie in der Regel nur für einen bestimmten Stichtag an deren Ende gilt. Zuvor kann der Kurs des Fonds sehr wohl schwanken. Verkauft der Anleger seine Anteile also vor dem festgelegten Zeitpunkt, kann auch ein Verlust eintreten. Als Preis für die Garantie muss der Anleger Abstriche bei der möglichen Rendite machen. So bilden Garantiefonds beispielsweise meist nicht im selben Umfang die Entwicklung des Aktienmarktes ab wie ein entsprechender Aktienfonds. Der Grund: Ein Teil des Fondsvermögens wird zur Absicherung zum Beispiel in festverzinslichen Wertpapieren angelegt.
  • Indexfonds: Börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs) bilden einen Index (zum Beispiel den DAX, Euro Stoxx, Dow Jones) möglichst genau nach. Der Wert eines Indexfonds entwickelt sich damit praktisch genauso wie der Index. Anders als bei einem aktiv gemanagten Fonds entscheidet nicht das Management über die Zusammensetzung des Fonds, maßgeblich ist allein die Indexstruktur. Zu einer Neuordnung der Fondsinhalte kommt es nur dann, wenn sich auch die Zusammensetzung des Indexes oder die Gewichtung einzelner Werte ändert. Indexfonds werden deshalb auch als passiv gemanagte Fonds bezeichnet. Für die Anlegerentscheidung ist also der abgebildete Index ausschlaggebend: Länderindizes wie der DAX oder Dow Jones sind eine Zusammenstellung der größten börsennotierten Unternehmen eines Landes, während es auch Indizes für bestimmte Märkte (große oder kleine Unternehmen aus verschiedenen Regionen) oder auch Branchen gibt. Grundsätzlich unterschieden werden noch Kurs- oder Performance-Indices: Ein Kursindex spiegelt die reine Kursentwicklung der Aktien wieder, in einen Performance-Index werden auch die ausgeschütteten Dividenden oder andere Erträge mit hineingerechnet. Wird vom DAX gesprochen, ist in der Regel der Performance-Index gemeint. Indexfonds werden an der Börse gehandelt und können jederzeit gekauft und verkauft werden – im Unterschied zu herkömmlichen Fonds sogar mehrmals am Tag.

 

Zertifikate

Zertifikate sind vergleichsweise neue und teilweise sehr komplexe Anlageprodukte. Es gibt sie in sehr vielen Ausgestaltungen, die mit unterschiedlichen Chancen und Risiken verbunden sind. Geeignet sind Zertifikate deshalb vor allem für Anleger, die bereits Erfahrungen mit Wertpapieren gesammelt haben. Denn Anleger sollten prinzipiell kein Wertpapier kaufen, das für sie unverständlich ist. Rechtlich gesehen sind Zertifikate Anleihen. Die Bonität des Zertifikateemittenten – sie gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der das Geld zurückzahlt wird – ist daher ein wichtiges Kriterium für eine Anlageentscheidung.

Die Wertentwicklung eines Zertifikats ist jeweils an die Entwicklung eines sogenannten Basiswerts geknüpft. Dieser Basiswert kann zum Beispiel eine Aktie, ein Index, ein Rohstoff oder eine Währung sein. Je nach Zertifikatetyp ergibt sich die Renditechance aus einer Bedingung, die an diesen Basiswert gestellt wird: Bei einem Bonus-Zertifikat zum Beispiel darf der zugrunde liegende Wert während der Laufzeit nicht unter eine festgelegte Schwelle sinken. Dann zahlt das Zertifikat am Ende der Laufzeit zusätzlich zum Nennwert einen Bonus aus.

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