Unternehmen mit Corona

Lehren aus der Corona-Pandemie – was aus Sicht der Banken für die Bewältigung künftiger Herausforderungen notwendig ist

8. Juli 2022

Mit Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020 wurde nicht nur das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben nahezu vollständig ausgebremst, sondern – in bisher beispielloser Art und Umfang – auch staatliche Stützungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Dank dieser Unterstützungsinstrumente wie z.B. dem KfW-Sonderprogramm, den Bundeszuschüssen oder großzügigen Regeln zu Kurzarbeit und Insolvenzantragspflicht konnte gleichermaßen die Unsicherheit der direkt oder indirekt betroffenen Unternehmen reduziert, der befürchtete Anstieg von Unternehmensinsolvenzen verhindert und Betriebe jedweder Größe und Branche in der Breite zeitnah stabilisiert werden. Allein für Kredite, Zuschüsse, Rekapitalisierungen und Bürgschaften hat der Staat 130 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt. 

Sämtliche Corona-Finanzhilfen sind zum 30.06.2022 ausgelaufen, was der Bankenverband zum Anlass nimmt, sowohl die gewählten Instrumente zu bewerten als auch angesichts der aktuellen Herausforderungen Impulse für künftiges Handeln abzuleiten. Auch wenn aufgrund der Einzigartigkeit der Pandemie viele der gewählten Instrumente nicht als Blaupause für künftige Maßnahmen dienen dürften, finden sich beispielsweise in den Bausteinen des Schutzschilds der Bundesregierung für die vom Krieg betroffenen Unternehmen bereits Parallelen zu den Coronamaßnahmen. Auch im Zusammenhang der Finanzierung der Transformation hin zu einer nachhaltigen, digitalen und resilienten Wirtschaft scheint eine Orientierung an den erprobten Elementen hilfreich.

Aus Sicht der privaten Banken in Deutschland zählen hierzu:

  1. Die frühzeitige und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bund, Förder- und Hausbanken sollte vergleichbar eng fortgeführt werden, damit Förder- und Unterstützungsprogramme zügig konzipiert und anschließend den Unternehmen flächendeckend, zielgenau und effizient zur Verfügung gestellt werden können. Auf die bewährten Strukturen ist unbedingt aufzubauen, anstatt grundsätzlich neue Programmierungen und Antrags- bzw. Vertriebsstrukturen zu entwerfen.
  2. Das Hausbank- und Durchleitprinzip hat sich in der Krise einmal mehr bewährt und stellt auch künftig die Grundlage der Zusammenarbeit von Förder- und Geschäftsbanken dar. Schließlich kennen Banken ihre Kunden und deren Risikolage am besten und können genau und schnell abschätzen, wie der mögliche Finanzierungsbedarf gedeckt werden kann.
  3. Zur Freisetzung von privatem Kapital für qualifizierte, innovative und transformative Investitionen sollten zudem verstärkt Instrumente wie anteilige Risikoübernahme/Haftungsfreistellung sowie gegebenenfalls Nachrangkapital genutzt werden. Zwingende Voraussetzung sind zudem auch verlässliche Konditionen und attraktive Förderbedingungen.
  4. Insgesamt können künftige Herausforderungen und das erwartete Volumen nur durch einen diversifizierten Finanzierungmix gestemmt werden. Zwar wird die bankbasierte Kreditfinanzierung weiterhin eine dominante Rolle spielen, doch muss diese durch Förderprogramme, Kapitalmarktfinanzierung oder ggf. Eigenkapital-Instrumente ergänzt werden.
  5. Voraussetzung hierfür ist neben einem starken Bankensektor, der eng mit dem Mittelstand verbunden ist und gerade in der Krise Teil der Lösung war, auch eine durchfinanzierte öffentliche Unterstützung sowie ein effizienter Kapitalmarkt, der nicht nur Liquidität sichert, sondern auch Risiken abdeckt. 

Die ausführliche Analyse des Bankenverbands ist hier abrufbar.

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