Russland-Flagge und Stopp-Schild

Russland | Belarus | Ukraine − Krieg, Sanktionen, Auswirkungen für Europa

16. September 2022

Der Bundesverband deutscher Banken verurteilt den Angriff Russlands auf die Ukraine auf das Schärfste. Der Bankenverband und seine Mitglieder unterstützen alle Maßnahmen der EU und der Bundesregierung, die darauf abzielen, den Angriffskrieg schnellstmöglich zu beenden. 

Als Reaktion auf die russische Invasion in die Ukraine haben die Europäische Union, die USA, das Vereinigte Königreich und zahlreiche weitere Wirtschaftsräume Sanktionsmaßnahmen gegen Russland und Belarus erlassen. Sowohl der Krieg als auch die Sanktionen hinterlassen deutliche Spuren in der Wirtschaft. Auf nationaler und europäischer Ebene wurden bereits verschiedene Instrumente zur finanziellen Unterstützung der direkt oder indirekt vom Krieg betroffenen Unternehmen bereitgestellt . 

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die existierenden Unterstützungsprogramme für deutsche Unternehmen und die verschiedenen Sanktionsmaßnahmen sowie weitere Informationen zu Bankdienstleistungen für aus der Ukraine geflüchtete Personen.

Unterstützung für Unternehmen

Die Europäische Kommission hat im Zuge der Krise in der Ukraine einen weiteren befristeten Beihilferahmen angenommen. Dieses Temporary Crisis Framework (TFC) soll den Mitgliedstaaten ermöglichen, vorübergehende Liquiditätshilfen und Beihilfe für Mehrkosten aufgrund der direkten und indirekten Auswirkungen des Krieges und der internationalen Sanktionen gegen Russland und Belarus für Unternehmen bereitzustellen. Hier finden Sie weitere Informationen.

Schutzschild des Bundes für direkt oder indirekt vom Krieg betroffene Unternehmen

Die Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket für die vom Krieg betroffenen Unternehmen vorgestellt. Einen Überblick über die angedachten Bestandteile finden Sie hier.

KfW-Sonderprogramm UBR 2022

Das Programm zur kurzfristigen Liquiditätsversorgung von Unternehmen besteht aus zwei Komponenten. Zum einen werden Kredite bis zu einem Volumen von 100 Mio. Euro nach dem Durchleitprinzip über die Hausbanken bereitgestellt, zum anderen werden individuelle, großvolumige Konsortialfinanzierungen angeboten. Das Angebot ist befristet bis zum 31. Dezember 2022. 

  • Anträge können seit dem 09. Mai 2022 gestellt werden
  • Zugangsvoraussetzung ist eine nachgewiesene Betroffenheit, die aus den Sanktionen oder aus den Kriegshandlungen in der Ukraine resultieren (Umsatzrückgang, Produktionsausfälle, Energiekostenanteil > 3% vom Umsatz o.ä.)
  • Keine Umsatzgrößenbegrenzung
  • Programm-Volumen von bis zu 7 Mrd. Euro
  • Bis zu zwei tilgungsfreie Jahre
  • Haftungsfreistellung für die Hausbanken
  • weitere Informationen

Bund-Länder-Bürgschaftsprogramme 

Erweiterung der Programme bei den Bürgschaftsbanken und das Großbürgschaftsprogramm des Bundes bis Ende 2022, um betroffene Unternehmen beim Erhalt von Betriebsmittel- und Investitionskrediten zu unterstützen. Das Angebot ist befristet bis zum 31. Dezember 2022.

  • Anträge können seit dem 29. April 2022 gestellt werden
  • Verdoppelung des Bürgschaftshöchstbetragen auf 2,5 Mio. Euro
  • Öffnung des Großbürgschaftsprogramm Betrag von 50 Mio. Euro auch für vom Ukraine-Krieg betroffene Unternehmen außerhalb strukturschwacher Regionen mit einer Bürgschaftsquote von i.d.R. 80 % 
  • weitere Informationen

Margining- Finanzierungsinstrument

Absicherungsinstrument (mit Bundesgarantie unterlegte KfW-Kreditlinien) für Unternehmen, die an den Terminbörsen mit Strom, Erdgas und Emissionszertifikaten handeln.

  • Anträge können seit dem 17. Juni 2022 gestellt werden
  • Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Deutschland
  • Voraussetzung für eine Inanspruchnahme ist, dass Margining-Forderungen aufgrund außerordentlich hoher Preisniveau- und Preisvolatilitätssteigerungen auf den Energiemärkten entstanden sind und keine anderweitige Finanzierungsmöglichkeit besteht.
  • weitere Informationen

Energiekostendämpfungsprogramm Hilfsprogramm für energieintensive Industrie 

Hilfsprogramm für energieintensive Industrie in Form von (Zuschüssen für) Mehrkosten bei Erdgas und Strom, soweit sich der Preis im Vergleich zum Durchschnittspreis 2021 mehr als verdoppelt hat.

  •  Anträge können seit dem 14. Juli 2022 gestellt werden
  • Anteilige Zuschüsse von bis zu 70% der Preisdifferenz (max. 50 Millionen) zu den gestiegenen Erdgas- und Stromkosten
  • Gesamtvolumen von bis zu 5 Milliarden Euro
  • weitere Informationen

Sanktionen gegen Russland und Belarus

Als Reaktion auf die russische Invasion in die Ukraine haben die Europäische Union, die USA, das Vereinigte Königreich und zahlreiche weitere Wirtschaftsräume restriktive Maßnahmen erlassen. Diese Finanzsanktionen erweitern die Verordnungen von 2014 aufgrund der Annexion der Krim massiv und entwickeln sie mit neuen Maßnahmen weiter. So ist zum Beispiel der Kreis der gelisteten Personen und Unternehmen im erheblichen Maße vergrößert worden. Die EU verbietet darüber hinaus Zahlungen im Auftrag der russischen Zentralbank auszuführen und Banknoten zu verkaufen. Außerdem hat die EU zehn russische und drei belarussische Banken von Finanznachrichtendiensten wie SWIFT ausgeschlossen. Hinzu kommen umfangreiche Aus- und Einfuhrbeschränkungen, Maßnahmen im Luftverkehr, im Energiesektor, weitere Maßnahmen im Finanzmarktbereich und in vielen weiteren Bereichen. 

In den folgenden Abschnitten finden Sie weitere inhaltliche Informationen zu den beschlossenen Sanktionen der internationalen Gemeinschaft.

Sanktionen: Europäischen Union

Informationen zu den gesamten Maßnahmen der EU finden sie hier: EU Sanctions Map und auf der Infoseite der Europäischen Kommission

Sanktionen: USA

Informationen zu den Sanktionen der Vereinigten Staaten von Amerika (USA):

Sanktionen: UK

Informationen zu den Sanktionen des Vereinigten Königreiches (UK):

Informationen für aus der Ukraine geflüchtete Personen

Viele Menschen sind vor dem Krieg aus der Ukraine auch nach Deutschland geflohen. Nach der Ankunft und Unterbringung ist die Eröffnung eines Bankkontos für viele ein wichtiger Schritt. Wir haben hier Informationen zusammengestellt (auch in ukrainischer Sprache).

Am 24. Mai 2022 ist ein Umtauschprogramm gestartet, das das Bundesministerium der Finanzen, die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Kreditwirtschaft gemeinsam umsetzen. Nun können Hrywnja-Banknoten bei teilnehmenden Banken und Sparkassen in Euro getauscht werden. Nähere Informationen für Bankkunden zu dem Programm (auch in ukrainischer Sprache) gibt es hier.

Cookie Einstellungen