Dombrovskis

6. April, 9:45 Uhr

Ein Binnenmarkt, auf dem sowohl kleine als auch große Banken EU-weit Projekte finanzieren und unterhalten können, und der einheitliche Regeln zum Schutz von Sparern und Steuerzahlern gewährleistet – so umschrieb EU-Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis beim 21. Deutschen Bankentag in Berlin die Vision der Kommission für den gemeinsamen Finanzbinnenmarkt.

Die Kommission wünsche sich einen vielfältigen Bankensektor. Einerseits mit internationalen Großbanken, die sich auf Augenhöhe mit den weltweit tätigen europäischen Unternehmen befinden. Andererseits mit Geschäftsbanken, die kleinen und mittleren Unternehmen sowie Bürgern Zugang zu Finanzierungslösungen ermöglichen. Die Bankenunion, so Dombrovskis, sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Die Bildung eines gemeinsamen Finanzbinnenmarktes wäre Dombrovskis eine weitere Stärkung des Bankensektors. "Integriertere, dynamischere und vielfältigere Finanzmärkte würden Europas Stabilität und Widerstandsfähigkeit stärken anstatt sie zu untergraben", so Dombrovskis.

Bei der anschließenden Diskussionsrunde mit dem Titel „Auf dem Weg zum europäischen Finanzbinnenmarkt – Anspruch und Realität“, betonte John Cryan, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank, dass auf globaler Ebene ein europäisches Gegengewicht zur amerikanischen Präsenz auf den Kapitalmärkten wichtig sei. Auch für die Wirtschaft seien gemeinsame europäische Regeln und Ziele von vitaler Bedeutung. "Wenn wir dafür sorgen, dass der europäische Kapitalmarkt besonders kleinen und mittleren Unternehmen nützt, und damit langfristig auch der Realwirtschaft insgesamt, dann verbessern wir damit unsere Ausgangssituation im Hinblick auf die Konkurrenz aus Amerika."

Wie die äußerst erfolgreich umgesetzte Bankenunion werde auch die Kapitalmarktunion eine Reihe von Herausforderung bei der Harmonisierung von steuerlichen und juristischen Fragen mit sich bringen, so Cryan weiter. "Das soll uns aber nicht daran hindern, das Projekt voranzutreiben." Zur Umsetzung müssten neben der EU-Kommission auch der Bankensektor, Investmentfirmen, die Versicherungsbranche sowie die Politik beitragen.

 

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