Private Banken wollen Beitrag zu stabilem Europa leisten

Private Banken wollen Beitrag zu stabilem Europa leisten

Politische Unsicherheiten, wirtschaftliche Herausforderungen, regulatorische Vorgaben, technologischer Umbruch – die Bankenbranche muss sich derzeit mit vielen ernsten Themen beschäftigen. Dementsprechend mangelte es nicht an Gesprächsstoff auf dem 21. Deutschen Bankentag im Kongresszentrum bcc in Berlin.

Einig waren sich die rund 600 Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik, dass sich Deutschland und Europa weiter weltoffen geben müssten. „In einem Klima, in dem Abschottung, Re-Nationalisierung und Protektionismus zunehmend Auftrieb bekommen, gilt es Flagge zu zeigen für offenen Welthandel, für die pluralistische Demokratie und nicht zuletzt für ein vereintes Europa“, erklärte Hans-Walter Peters, Präsident des Bankenverbandes und Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter der Privatbank Berenberg. Die privaten Banken wollen ihren Beitrag dazu leisten, verdeutlichte Peters.

"Integriertere, dynamischere und vielfältigere Finanzmärkte würden Europas Stabilität und Widerstandsfähigkeit stärken anstatt sie zu untergraben", betonte EU-Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis.

Der Europäischen Union konstatierte Bundestagspräsident Norbert Lammert nach dem Brexit einen deprimierenden Zustand. "Sie war aber bislang die intelligenteste Antwort auf die Globalisierung", sagte er. Denn nur gemeinsam seien Regeln durchsetzbar.

Die Regulierung des Finanzsektors sei eine der aktuellen Herausforderung, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. „Für die Banken stellt das zunächst einmal eine zusätzliche Belastung dar, weshalb es verständlich ist, dass es mitunter auch Klagen darüber gibt“, erklärte er und betonte die Wichtigkeit der Regelungen: „Das globale Impfprogramm für Banken trägt den Namen Basel III.“

Sicherheit verspreche auch die Zugehörigkeit zu Europa, erklärte Finanzminister Wolfgang Schäuble. Europa sei zwar keine Weltmacht, die gegen alles schützen könne. Trotzdem sei die Zugehörigkeit zu Europa etwas, das in unsicheren Zeiten auch Schutz geben könne. Wichtiger als alle theoretischen Identitätsdebatten sei es, sich auf die wesentlichen Herausforderungen zu konzentrieren. „Aber das kriegen wir hin“, so Schäuble. „Das europäische Zeitalter beginnt erst.“

 

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