10 Jahre nach der Finanzkrise: Höhere Staabilität, geringere Erträge

Höhere Stabilität, geringere Erträge

10 Jahre nach Beginn der Finanzkrise

Eine Analyse von DB-Research  anhand der Jahresabschlüsse von 20 führenden Banken Europas zeigt, welche bemerkenswerten Veränderungen sich in der Ertragsstruktur im europäischen Bankensektor seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise vollzogen haben. So ist der Anteil des Zinsüberschusses im Vergleich des ersten Halbjahres 2017 mit dem ersten Halbjahr 2007 von 35 auf 52 Prozent gestiegen. Im Gegenzug hat das Handelsergebnis deutlich an Bedeutung eingebüßt (-54%).

Den Daten zufolge ist der Verwaltungsaufwand im gleichen Zeitraum moderat gesunken, und insgesamt hat sich der Nettogewinn auf nur noch die Hälfte des Vorkrisenergebnisses verringert. Sowohl die absolute Höhe des Eigenkapitals als auch die Kapitalquoten sind in den letzten zehn Jahren stark gestiegen. Zudem ist die Bilanzsumme über das letzte Jahrzehnt deutlich gesunken, was viele ebenfalls als ein Abbau von Risiken in der Branche bewerten.  

Erheblich gelitten hat der Provisionsüberschuss, der laut DB-Research heute 22 Prozent unter dem Vorkrisenniveau liegt. Als Gründe dafür werden vor allem der Rückgang des Geschäfts mit Verbriefungen, strukturierter Finanzierung und mit Derivaten genannt, zudem die verschärfte Regulierung mit dem Verbot bestimmter Gebühren oder auch der Trend weg von klassischen Investmentfonds hin zu Indexfonds (ETFs) mit niedrigeren Verwaltungsgebühren.

Niedrigzinsumfeld verschärft die Ertragslage

Damit hat sich ein erheblicher Wandel in der Zusammensetzung der Erträge hin zu stabileren Komponenten vollzogen. Wenn es denn in den nächsten Jahren eine Gefahr für den Finanzsektor gibt, dann die, dass die Ertragslage der europäischen Banken sich weiter verschlechtert und zumindest einzelne Institute in schwierige Fahrwasser bringt. Das war auch der Tenor des von der Deutschen Bundesbank und der BaFin Ende August veröffentlichten Berichts zur Widerstandsfähigkeit deutscher Kreditinstitute im Niedrigzinsumfeld 2017. Die Deutsche Kreditwirtschaft plädiert vor diesem Hintergrund dafür, dass die expansive Geldpolitik nicht zum Dauerzustand, sondern nun Schritt für Schritt beendet werden sollte.

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