Datennutzung in Banken im Spannungsfeld von Mehrwert und Datenschutz

Aktuelles Stichwort

Innovative Dienstleistungen im Sinne der Kunden bedürfen heutzutage oftmals einer intensiveren Datennutzung. Um hier die Entwicklungen nicht zu blockieren, müssen angemessene Möglichkeiten zur Nutzung der Daten geschaffen werden.

06.06.2018

von Dr. Markus Kirchner

Ausgangssituation

Die Finanzdienstleistungsbranche durchläuft einen tiefgreifenden Wan­del, von dem in besonderer Weise das Privatkundengeschäft betroffen ist. In­zwischen hat eine Fülle neuer Anbieter mit innovativen Dienstleistungen und einer Vielzahl neuer Geschäftsmodelle den Markt betreten. Dabei bringt die Digitalisierung nicht nur den Unter­nehmen, sondern gerade auch den Kunden viele Vorteile.

Kundenmehrwert durch Daten­nutzung

Mithilfe datenbasierter Analysen kön­nen Wünsche und Vorstellungen der Kunden besser „verstanden“ werden. Den Unternehmen ist es auf diese Weise möglich, ihren Kunden maßge­schneiderte Produkte zum richtigen Zeitpunkt anzubieten und so einen individuellen Mehrwert zu erzielen. Wenn ein Finanzdienstleister die Daten eines Kunden erhebt, kann es bei­spielsweise wichtig und sinnvoll sein, über reine Finanztransaktionen hinaus Kaufverträge und andere Vertrags­daten, spezifische Interessen oder Aufenthaltsdaten zu berücksichtigen. Ideal wäre es auch, wenn Finanz­dienstleister mit dem Einverständnis der Kunden hierbei eigene Finanz­daten mit den Daten Dritter verknüp­fen können, anstatt sie in abgeschot­teten Datensilos jeweils neu erheben zu müssen. Diese erweiterten, zusam­mengeführten und angereicherten Daten sind eine bessere Gewähr dafür, dass die tatsächlichen Interessen und Bedürf­nisse der Verbraucher bedient werden.

Adressatengerechte Transparenz bei der Datennutzung

Jeder Rahmen zur Förderung der Datennutzung im Sinne des Kunden muss gewährleisten, dass die Sou­veränität des Nutzers über seine Daten und der Schutz der Privat­sphäre gewahrt bleiben. Hierzu ist es erforderlich, praxisgerechte Transparenzkonzepte und Steue­rungsinstrumente zu entwickeln und zu implementieren.

Steuerbarkeit der Datennut­zung

Der Kunde entscheidet grundsätz­lich selbst, wer seine Daten wofür und in welchem Umfang verarbei­ten darf. In der Praxis ist das aktuell jedoch kaum möglich an­gesichts der Vielzahl und Komplex­ität der Vertragsverhältnisse. Hier könnte ein nutzerfreundliches digi­tales Datenschutz-Cockpit bessere Ergebnisse für den Kunden ver­sprechen, um die Übersicht zu be­halten und effektiv die Kontrolle über seine Daten auszuüben.

Position des Bankenverbandes

Das Thema Datennutzung wird weiter an Bedeutung gewinnen. Wenn hierbei der Fokus aus­schließlich auf dem Datenschutz liegt, wird man viele Innovationen mit expliziten Mehrwerten für jedes Individuum ausbremsen. Selbst­verständlich muss die Hoheit über die eigenen Daten bei jedem Bür­ger bleiben. Wie ein innovativer regulatorischer Rahmen im Privat­kundengeschäft aussehen kann, zeigt ein Ergebnis aus der inten­siven Zusammenarbeit zwischen Banken und FinTechs innerhalb des Bankenverbandes. Dieses wurde im aktuellen Positionspapier des Bankenverbandes zusammengefasst.

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