Von Sinnsucher bis Digital Native… wie verändert die „Generation Z“ die Gesellschaft?

Zwei Vertreter der „Generation Z“ gewährten bei der Veranstaltung Banken-Impuls des Bundesverbands deutscher Banken einen Blick in das Innere der Gleichaltrigen

Viele Kunden seien bereit, Daten herauszugeben, wenn sie dafür etwas bekommen, hieß es beim BankenImpuls. Aber oftmals seien mehr Daten gar nicht nötig. Stattdessen: „Wir müssen mehr mit den Kunden sprechen“, so die ING-Deutschland-Strategiechefin.

10.12.2018

von inter/esse-Redaktion

Wie tickt die „Generation Z“? Zwei Vertreter dieser Altersgruppe gewährten bei der Veranstaltung BankenImpuls des Bundesverbands deutscher Banken einen Blick in das Innere der Gleichaltrigen. Ein Fazit: Vor Verallgemeinerungen sollten wir uns alle hüten. „Was verbinden Sie mit der Generation Z?“ Diese Frage von Moderator Daniel Finger stand am Anfang des ersten Panels mit dem Titel „Von Sinnsucher bis Digital Native… wie verändert die „Generation Z“ die Gesellschaft?“ Die ersten Begriffe waren „digital“, „jung“, „anspruchsvoll“, „Freiheit“, „egoistisch“ und „Bürokratie-affin“.

Konrad Rohr als Vertreter der „Generation Z“ sah darin seine Altersgruppe grundsätzlich gut getroffen, verneinte jedoch klar den Hang zur Bürokratie. Laura Wirtz, Head of Strategy, bei der ING in Deutschland, konnte aus ihrem Berufsalltag berichten, dass sie mit den jungen Mitarbeitern gut klar komme. „Auch agiles Arbeiten und Desk-Sharing wird akzeptiert, weil es Sinn macht, wie wir zusammenarbeiten“, sagte sie.

Nicht alles Neue ist auch angesagt

Konrad Rohr betonte, dass seiner Generation Facebook, Instagram und Co. nicht in die Wiege gelegt worden seien. „Das erlaubt uns eine differenzierte Wahrnehmung als der folgenden Generation.“ Auch Influencerin und YouTuberinLisa Sophie Laurent sieht trotz ihrer 24 Jahr bereits einen Unterschied zur folgenden Generation: „Wir machen nicht mehr automatisch alles Neue mit", sagte sie. So sei beispielsweise Snapchat etwas für Jüngere.

Beide Vertreter der „Generation Z“ wiesen vehement den Vorwurf, einer unpolitischen Altersgruppe anzugehören, zurück. Als Beispiel für das politisches Interesse verwies Lisa Sophie Laurent auf das von ihr geführte YouTube-Interview mit Bundeskanzlerin Merkel im Vorfeld der Bundestagswahl 2017. „Mehr als 10.000 Fragen sind dafür eingegangenen, die alle Themenfelder betrafen“, sagte sie. Konrad Rohr kritisierte jedoch, dass der Weg durch die Parteiinstanzen für junge Menschen unattraktiv sei.

Unkritischer Umgang mit Daten – aus „Gewohnheit“

Moderator Finger stellte zwei Visionen zur Abstimmung: Bei der ersten hat eine Bank Zugriff auf alle persönlichen Daten, sucht dafür aber beispielsweise die besten Strom- oder Handytarife aus und liefert auch sonst deutlichen Mehrwert. Beim zweiten Szenario gibt es ohne Zustimmung keinen Zugriff auf die Daten, aber eben auch keinen Mehrwert. Konrad Rohr sprach sich für die erste Variante aus. Aber nur, wenn es wirklich Mehrwert gibt. Lisa Sophie Laurent würde gerne auf Nummer sicher gehen, aber es seien ja eh schon alle persönlichen Daten im Umlauf.

Insgesamt sieht sie bei ihrer Generation einen eher unkritischen Umgang mit Daten. „Das bringt die Gewohnheit“, sagte sie. Aus Bankensicht konnte Wirtz bestätigen, dass Kunden bereit sind, Daten herauszugeben, wenn sie dafür etwas bekommen. „Aber wir brauchen gar nicht mehr Daten“, betonte die Strategie-Chefin der ING in Deutschland. „Wir müssen mehr mit den Kunden sprechen.“ Denn die würden immer anspruchsvoller.

Gegen Ende der Diskussion wurde erneut deutlich, dass die „Generation Z“ alles andere als unpolitisch oder desinteressiert ist. Auf die Frage, was für sie wirklich wichtige Aufgaben seien, betonte Lisa Sophie Laurent den Umweltschutz, Konrad Rohr sprach sich für einen besseren Zugang zur Bildung für alle weltweit aus – nur so lasse sich das ganze Potenzial der Gesellschaft ausschöpfen.

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