Digitale Kompetenzen: Deutschland nicht in Spitzengruppe

Digitale Kompetenzen: Deutschland nicht in Spitzengruppe

Die Industrieländer sind unterschiedlich gut auf die digitalen Herausforderungen für die Arbeitswelt vorbereitet, geht aus dem Qualifikationsausblick der OECD hervor. Defizite gibt es auch in Deutschland.

Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat untersucht, wie gut ihre Mitgliedsländer auf den digitalen Wandel und die sich verändernde Arbeitswelt vorbereitet sind. Ergebnis: Eine kleine Gruppe von Ländern ist anderen Nationen voraus, da ihre Bevölkerungen vergleichsweise große digitale Kompetenzen besitzen und Zugang zu entsprechenden Weiterbildungssystemen haben. Dazu gehören Belgien, Dänemark, Finnland, die Niederlande, Norwegen und Schweden. Andere Länder wie Japan und Korea hätten zwar ein großes Potenzial, um von der Digitalisierung zu profitieren, heißt es in der Studie. Sie müssten jedoch dringend Maßnahmen ergreifen, damit ältere Arbeitnehmer nicht den Anschluss verlieren. In Chile, Griechenland, Italien, Litauen, der Slowakei und der Türkei wiederum würden den Bürgern oft die notwendigen Grundkenntnisse fehlen, urteilen die OECD-Experten. Diese Länder müssten entsprechende Weiterbildungssysteme dringend stärken, lautet die Empfehlung.

Gemischtes Bild in Deutschland

Für Deutschland zeichnet die Studie ein gemischtes Bild. Auf der einen Seite ist die junge Generation der 16-bis 29-Jährigen von den Vorkenntnissen her laut OECD besser für die Digitalisierung aufgestellt als der Durchschnitt der 36 Mitgliedsländer. Auch würden digitale Technologien von deutschen Arbeitnehmern im Vergleich zu anderen OECD-Ländern „sehr intensiv“ genutzt. In anderen Bereichen wie etwa der Nutzung von Weiterbildungsmöglichkeiten schneide Deutschland aber „eher durchschnittlich ab“. Gerade geringqualifizierte Arbeitskräfte und Arbeitnehmer, deren Tätigkeit mit erhöhter Wahrscheinlichkeit durch Automatisierung ersetzt werden dürfte, nähmen besonders selten an Weiterbildungsmaßnahmen teil. Zugleich haben in Deutschland nur 40 Prozent der 16- bis 65-Jährigen ein gutes Lese- und Rechenniveau. Ein gutes Niveau an vielseitigen Qualifikationen hilft Arbeitnehmern jedoch, sich besser an die Digitalisierung in Beruf und Alltag anzupassen, so die Organisation.

Lebenslanges Lernen

Die OECD plädiert dafür, aus traditionellen Bildungssystemen Systeme lebenslangen Lernens zu machen. Denn angesichts Digitalisierung und Automatisierung müssten sich Bürger während ihres gesamten Berufslebens weiterbilden, um mit den Veränderungen Schritt halten zu können.

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