EZB will Anleihekaufprogramm zum Jahresende auslaufen lassen

EZB will Anleihekaufprogramm zum Jahresende auslaufen lassen

Geldpolitik

Mit dem Entschluss, ihre monatlichen Anleihekäufe bis Jahresende auf null zurückzufahren, ist die EZB überwiegend auf Zustimmung gestoßen.

Ende Mai hat der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) das Ende des billionenschweren Anleihekaufprogramms angekündigt. Die EZB-Käufe von derzeit 30 Milliarden Euro im Monat werden ab Oktober auf 15 Milliarden Euro verringert, Ende Dezember sollen die Zukäufe auf null sinken. Um die Eurozone zu stabilisieren bzw. die Konjunktur in den Mitgliedstaaten mithilfe niedriger Zinsen zu stärken, kauft die EZB seit März 2015 regelmäßig Anleihen an den Kapitalmärkten auf, anfangs ausschließlich Staatsanleihen der Euroländer, seit geraumer Zeit verstärkt Unternehmensanleihen. Auch wenn das Aufkaufprogramm zum Jahresende auslaufen soll, wird die EZB weiterhin als Käuferin agieren, denn den Wertpapierbestand von dann rund 2,6 Billionen Euro will sie durch Reinvestition auslaufender Papiere zunächst erhalten. Obendrein betonte EZB-Präsident Draghi, dass die geplante Beendigung des Anleihekaufprogramms kein unwiderruflicher Automatismus sei.

Höhere Inflation prognostiziert

Die Entscheidung, das Aufkaufprogramm zu beenden, sei, so die EZB, nach einer sorgfältigen Prüfung der neuen Prognosen für die Preis- und Lohnentwicklung getroffen worden. Die EZB-Ökonomen hatten zuvor ihre Inflationsprognosen etwas nach oben gesetzt. Sie prognostizieren nun jeweils eine Inflationsrate von 1,7 Prozent für 2018, 2019 und 2020. Draghi betonte das gestiegene Vertrauen des Zentralbankgremiums, dass die Inflationsrate sich auf dem Weg in Richtung des 2-Prozent-Ziels befinde. Ökonomen lobten die Ankündigung der Zentralbank zum Ausstieg aus den Anleihekäufen als einen wichtigen Schritt in Richtung einer Normalisierung der Geldpolitik.

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