Finanzagent – dubioses Jobangebot mit Folgen

„Money Muling“: So heißt die Masche, mit der sich Kriminelle auf Kosten unwissender Bürger bereichern. Wer nicht aufpasst, kann sich als „Finanzagent“ strafbar machen. Wir erklären, wie Sie sich schützen.

Es klingt verlockend: Ein Unternehmen sucht Mitarbeiter, die als „Finanzagenten“ oder „Account-Manager“ bei Transaktionen helfen – indem sie Überweisungen für die Firma von ihrem eigenen Konto aus tätigen. Dafür gibt’s eine großzügige Provision. Doch für das schnell verdiente Geld ist oft ein hoher Preis zu zahlen: Wer sich auf den Deal einlässt, kann sich der Geldwäsche strafbar machen – und läuft Gefahr, ins Gefängnis zu kommen.

„Money Muling“ heißt die Masche, mit der sich kriminelle Banden bereichern, indem sie unwissende Bürger als “money mules”, übersetzt Geld-Esel, ausnutzen. Unter dem Hashtag #dontbeaMule („Sei kein Esel“) macht die europäische Polizeibehörde Europol derzeit in sozialen Medien auf die Gefahr aufmerksam.

Die Täter werben ihre Opfer auf verschiedene Weise an: mit seriös wirkenden Stellenausschreibungen, persönlich per Mail oder im Social Web. Manchmal fälschen sie sogar echte Firmen-Websites. Die häufigsten Zielpersonen sind Neuankömmlinge in einem Land, Arbeitslose, Studenten oder Leute in finanziellen Schwierigkeiten.

Haben die Betrüger ein Opfer gefunden, überweisen sie ihm illegal beschafftes Geld. Der Finanzagent soll dieses – abzüglich der Provision – wiederum auf andere Konten weiterleiten. Dies geschieht zum Beispiel per Bargeldversand oder über Finanztransfer-Dienstleister. Unwissentlich haben die Finanzagenten kurzerhand illegal erlangte Gelder an Dritte transferiert – und stehen nun unter dem Verdacht der Geldwäsche. 

So können Sie sich schützen

  • Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen unaufgefordert leicht verdientes Geld versprochen wird. 
  • Wenn als Kontaktadresse eine webbasierte E-Mail-Adresse angegeben wird (Yahoo, Gmail, Hotmail etc.), sollten Sie stutzig werden – seriöse Anbieter verwenden eine Unternehmens-Domain.
  • Häufig sind die „Money Muling“-Angebote schlecht formuliert und haben Grammatik- und Rechtschreibfehler. 
  • Wenn Sie eine verdächtige E-Mail erhalten haben, antworten Sie nicht und klicken Sie auf keinen Link. Geben Sie Ihre Kontodaten nicht weiter.
  • Wenn Sie glauben, in einen Finanzagenten-Betrug verwickelt zu sein, stellen Sie sofort die Geldüberweisungen ein. Benachrichtigen Sie Ihre Bank, den Transaktions-Dienstleister und die Polizei.

Drucken/PDF

Ähnliche Beiträge

contents/mobiles_Bezahlen_TW.png

Verbraucher

16. Januar 2019

Überweisungen in Sekunden: So geht das schnelle Zahlen

Bei Überweisungen dauert es heute bis zu einem Tag, bis der Zahlungsempfänger über das Geld verfü...

[zum Artikel]
Überweisungen in Sekunden: So geht das schnelle Zahlen
contents/Mythenfigur_Europa_TW.png

Verbraucher

09. Januar 2019

Aus welchem Material bestehen unsere Euro-Scheine?

21,8 Milliarden Euro-Banknoten waren 2018 laut Europäischer Zentralbank insgesamt im Umlauf. Unse...

[zum Artikel]
Aus welchem Material bestehen unsere Euro-Scheine?
contents/TW_Drei-Spartipps-2019_1200x675.jpeg

Verbraucher

03. Januar 2019

Drei Spartipps für 2019 , die jeder schaffen kann!

Jedes Jahr fassen wir aufs Neue gute Vorsätze. Meistens halten sie aber nur ein paar Wochen oder ...

[zum Artikel]
Drei Spartipps für 2019 , die jeder schaffen kann!

Diese Webseite nutzt Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.