Politische Unsicherheiten nehmen zu

Finanzmärkte im Blick

Im Monat Mai haben die Aktienmärkte zunächst eine positive Entwicklung genommen. Experten verwiesen darauf, dass die Welt das erste Mal seit dem Jahr 2010 wieder einen synchronen Aufschwung erlebe und sich alle Regionen im wirtschaftlichen Aufwind befinden.

Im Monat Mai haben die Aktienmärkte zunächst eine positive Entwicklung genommen. Experten verwiesen darauf, dass die Welt das erste Mal seit dem Jahr 2010 wieder einen synchronen Aufschwung erlebe und sich alle Regionen im wirtschaftlichen Aufwind befinden. Die laufende Berichtssaison untermauere diesen Trend – die Unternehmenszahlen sind überwiegend positiv. Die Tatsache, dass der Euro gegenüber dem Dollar abgewertet hat, ist obendrein eine gute Nachricht für die europäischen Produzenten, werden doch ihre Waren auf dem Weltmarkt preislich attraktiver. Da passte es gut, dass auch an der handelspolitischen Front – zumindest an einer Stelle – etwas Entspannung eingekehrt ist: China will Zölle senken und künftig mehr amerikanische Güter und Dienstleistungen erwerben. Reicht das aber schon, um die USA von den angekündigten Strafzöllen auf chinesische Güter abzuhalten?

Gegen Ende des Monats haben die Finanzmärkte die weiterhin bestehenden politischen Unsicherheiten aber nicht mehr ignorieren können, zumal weitere hinzugekommen sind. In Europa wuchs die Sorge, dass eine neue italienische Regierung, die von den populistischen Fünf Sternen und der rechtsnationalen Lega getragen wird, auf ökonomischen Konfrontationskurs mit den Regeln der Währungsunion gehen und das Vertrauen in die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone massiv erschüttern könnte. Obgleich diese Regierung nun doch nicht zustande kommt, dürften die Sorgen über die weitere Entwicklung in Italien nicht ganz verschwinden. Kopfschmerzen bereitet Investoren zudem der Streit über das Atomabkommen mit Iran. US-Präsident Trump kündigte die Vereinbarung auf und droht mit neuen Sanktionen. Europäische Unternehmen, die weiter Geschäfte mit Iran betreiben wollen, könnten zur Zielscheibe der amerikanischen Behörden werden. Folgen hat die Aufkündigung des Abkommens auch für den Ölpreis: Da iranische Öllieferungen dem Weltmarkt entzogen werden könnten, ist der Preis für die Sorte Brent signifikant angestiegen.

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