Geld spruchreif: Das steckt hinter unseren Redewendungen – Teil 1

Geld regiert die Welt – und unsere Sprache: Achten Sie mal darauf, wie viele Redewendungen sich um den schnöden Mammon drehen. Ohne Moos ist eben nix los. Doch wussten Sie, dass hinter vielen Sprichwörtern historische Geschichten und Anekdoten stecken? In unserer neuen Mini-Serie lassen wir Erklärungen für die Herkunft verschiedener Geldsprüche springen. Teil 1: Bares wortwörtlich.

1. Eine Stange Geld verdienen

Wie lagert man eigentlich einen Haufen Münzen? Ganz einfach: aneinandergereiht in einer Rolle aus Papier. Sie kennen es sicher vom Einkaufen, wenn der Kassierer eine solche Münzrolle aufschlägt. Die Geschäfte bekommen die verpackten Münzen von der Bank. Eine schöne Stange Geld ist sprichwörtlich eine besonders lange und wertvolle Papierrolle mit Münzen. Verdient man eine Stange Geld, ist das Gehalt besonders hoch. 

2. Keinen roten Heller wert sein

Der Ausdruck lässt sich auf silberne Münzen aus dem 12. Jahrhundert zurückführen. Der Heller, eingeführt von König Barbarossa, war so erfolgreich, dass ihn bald viele Münzpräger kopierten. Um ihren eigenen Gewinn aber zu steigern, mischten sie immer mehr Kupfer zum Silber. So wurde die Münze immer röter – und stetig wertloser. Die Redewendung steht heute entsprechend für Dinge mit einem äußerst geringen Wert. 

3. Auf Heller und Pfennig

Genau wie der Heller ist der Pfennig nicht gerade viel wert. Zahlt jemand etwas auf Heller und Pfennig zurück, so nimmt er es besonders genau und bleibt einem nichts schuldig – eben nicht mal einen Pfennig. 

4. Geld auf den Kopf hauen

Schon im Mittelalter hatten sehr viele Münzen eine Seite mit dem Kopfportrait einer Person und eine mit einer Zahl. Um die Münzen leichter unterscheiden zu können, war es üblich, das Geldstück mit der Zahl-Seite nach oben zu legen. Bei feuchtfröhlichen Abenden in der Kneipe knallte man, damals wie heute, die Münzen schon mal auf den Tresen – man haut sein Geld also im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf. 

5. Der Groschen ist gefallen

Ein „Groschen“ entsprach früher einem Zehn-Pfennig-Stück, das man gut für Automaten mit Süßigkeiten, Getränken oder Briefmarken brauchen konnte. Erst wenn der Groschen gefallen war, konnte man sich das Produkt aus dem Automaten ziehen. Das dauerte früher immer ein bisschen – die mechanische Automatentechnik war damals noch nicht so ausgereift. So entstand die Redewendung: Denn auch bis jemand einen Witz versteht, kann es manchmal etwas dauern. Eben solange, bis der Groschen gefallen ist.

6. Etwas springen lassen

Geldfälscher gibt es schon seit Jahrhunderten. Im Mittelalter mussten sich die Menschen ihre Münzen ganz genau ansehen, um zu erkennen, ob es sich um echtes Geld handelte. Geübte konnten dies sogar allein am Klang eines Geldstück herausfinden. So wurde es üblich, dass man beim Bezahlen die Münzen auf den Ladentisch warf und sie in der Tat „springen“ ließ. Heute steht die Redewendung für Großzügigkeit. 

7. Blank sein

Der Begriff „blank“ steht ursprünglich für „hell“ oder „glänzend“. Später bedeutete das Wort zudem „frei von“ oder „entblößt“. Dies führte schließlich zu der Redensart „blank sein“: Man ist „frei von“ Geld – also arm oder gar pleite. 

8. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert

Reich sein – wer träumt nicht davon! Dass man dafür aber hart arbeiten muss, soll diese Redewendung ausdrücken. Schließlich ergeben viele kleine Beträge am Ende eine große Summe. Wer also den Pfennig nicht zu schätzen weiß, der bringt es auch nicht zu einer Brieftasche voller wertvoller Taler. Woher das Sprichwort ursprünglich stammt, ist nicht bekannt. 

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