Girocard: Popularität wächst durch kontaktloses Bezahlen

Girocard: Popularität wächst durch kontaktloses Bezahlen

Girocard

2018 wurden im Handel erstmals höhere Beträge mit Karte als mit Bargeld bezahlt. Grund hierfür dürfte auch das neue kontaktlose Bezahlen sein.

Die Liebe der Deutschen zum Bargeld ist groß, doch offenkundig bröckelt sie gerade ein wenig; zumindest greifen hierzulande immer mehr Konsumenten zur Girocard, um ihre Einkäufe zu begleichen. Wesentlicher Grund hierfür dürfte eine neue Funktion der Karte sein: das kontaktlose Bezahlen. Bereits 48 Prozent der Verbraucher nutzen diese Möglichkeit, ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid im Auftrag der Postbank. Kontaktloses Bezahlen funktioniert denkbar einfach: Der Käufer hält die Girocard – im Volksmund auch als EC-Karte bekannt – kurz an das Kassenterminal, die Daten werden dann per Funk übertragen. Das bisher übliche Einstecken der Karte ist nicht mehr nötig. Auch Kreditkarten kommen beim kontaktlosen Bezahlen zum Einsatz. Fünf Prozent der Konsumenten verwenden das Smartphone.

Die NFC-Technologie

Basis für das kontaktlose Bezahlen mit Giro- oder Kreditkarte ist die NFC-Technologie, die Abkürzung steht für Near Field Communication, die in Kassenterminals sowie in Chips der neuen Giro- und Kreditkarten integriert ist. Sie überträgt über maximal vier Zentimeter Distanz Daten per Funk. Der Kunde muss die Karte also ziemlich nah an das Kartenterminal halten. Bei Einkäufen von bis zu 25 Euro muss man keine Geheimnummer mehr eingeben. Ein großer Teil der Kassenterminals, rund 80 Prozent, bei deutschen Einzelhändlern ist inzwischen mit der NFC-Technik ausgestattet.

Smartphone-Zahlungen in Deutschland angekommen

Bis vor kurzem haben die Deutschen an der Ladenkasse noch rund drei Viertel der Transaktionen mit Bargeld gezahlt. Gemessen am Umsatz des Handels gab es 2018 aber einen Wendepunkt: Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI lag der Umsatzanteil der Barzahlungen im vergangenen Jahr nur noch bei 48,3 Prozent. Kartenzahlungen machten 48,6 Prozent aus. Hierzu beigetragen haben bessere Konditionen für die Händler, aber eben auch das kontaktlose Bezahlen. Von den 48,6 Prozent entfallen 30,1 Prozent auf die Girocard, 10 Prozent auf die Lastschrift (girocard und Unterschrift) und 6,9 Prozent auf Kreditkarten; bei den Kreditkarten enthalten sind auch mobile Bezahlverfahren mit dem Smartphone wie Apple Pay oder Google Pay, bei denen eine Kreditkarte hinterlegt ist. Auch Smartphone-Zahlungen basieren in der Regel auf der NFC-Technologie. Ihnen wird ein großes Potenzial zugetraut; noch aber stehen sie in Deutschland ganz am Anfang. Schon für 2019 könnten die Zahlen anders aussehen – auch weil das kontaktlose Zahlen per Girocard erst in den letzten Monaten auf Touren gekommen ist.

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